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US-Gericht verhängt Haftstrafe für "Buffalo-Spammer"

01.06.2004

Der unter dem Namen "Buffalo-Spammer" bekannt gewordene Amerikaner Howard Carmack muss für sieben Jahre hinter Gitter. Bei guter Führung kann er nach dreieinhalb Jahren auf freien Fuß kommen.

Der mittlerweile 37-jährige Carmack wurde bereits im Mai 2003 verhaftet, nachdem ihn der Internet Service Provider Earthlink beschuldigte, über 800 Millionen Spam-Mails an illegal beschaffte Adressen versandt zu haben. Das Gericht sah es nun als erwiesen an, dass er dazu 343 gefälschte Identitäten verwendet hat. Eine Schadensersatzklage über 16,4 Millionen Dollar hatte Earthlink bereits im vergangenen Jahr gewonnen (Computerwoche.de berichtete). Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nahm Carmack mit dem Versenden von Spam zwischen 60.000 und 70.000 Dollar jährlich ein.

Carmack ist der erste Spammer, der nach neuen, in den USA geltenden Anti-Spam-Gesetzen verurteilt wurde. Vor Gericht zeigte er sich uneinsichtig und bezeichnete den gesamten Prozess als völlig überzogen, da niemand zu Schaden gekommen sei. Nach Angaben des Gerichts war beim Nachweis der Straftaten die vorangegangene Privatklage von Earthlink hilfreich. Anhand der vom Provider vorgelegten Daten über den Gebrauch gefälschter Identitäten habe sich das Betrugsverhalten Carmacks leichter aufdecken lassen. (lex)