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US-Geheimdienst verweigert "Echelon"-Treffen mit EU-Vertretern

14.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die USA sind offensichtlich nicht willig, Informationen über ihr mysteriöses Spionagesystem "Echelon" preiszugeben: EU-Parlamentarier brachen kurzfristig ihren Washington-Besuch ab, bei dem sie "Echelon" in Augenschein nehmen wollten. Laut Carlos Coelho verweigerten US-Vertreter ein Treffen mit der EU-Delegation.

"Wir sind besorgt und entsetzt, dass die geplanten Treffen mit Vertretern des Außen- und Handelsministeriums in letzter Minute ohne zufrieden stellende Begründung abgesagt wurden", erklärte Coelho. Auch die Geheimdienste CIA und NSA hätten trotz Vorbereitungen des Besuchs eine Zusammenkunft verweigert. Bis jetzt gab es laut Gerhard Schmid, Berichterstatter des "Echelon"-Spionageausschusses der EU, keine konkreten Beweise dafür, dass das mysteriöse Netzwerk zur Industriespionage eingesetzt würde. Er fordert Firmen allerdings auf, wachsam zu bleiben

Noch gibt es nur Gerüchte über die Existenz des Spionagenetzes, doch für den Echelon-Ausschuss des Europäischen Parlaments gilt es als erwiesen. Daran beteiligt seien auch die Regierungen Australiens, Neuseelands und Großbritanniens (Computerwoche online berichtete). "Es kann Echelon heißen oder anders, es kann zusammen mit anderen Geheimdiensten oder nur von den USA betrieben werden, aber es ist ein System, das Nachrichten in aller Welt abfängt", meint Schmid.