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US-Energieministerium stoppt geheimen Arbeiten

26.07.2004

Nachdem im US-amerikanischen Nuklear-Forschungsinstitut Los Alamos National Laboratory im Bundesstaat New Mexico wieder zwei mobile Datenträger, auf denen vertrauliche Daten gespeichert wurden, vermisst werden, hat Energieminister Spencer Abraham einen Stopp aller als geheim klassifizierten Arbeiten an Forschungsinstituten seines Ministeriums angeordnet. Von der Anordnung sind 16 Wissenschaftseinrichtungen betroffen.

Bereits zum dritten Mal seit dem Jahr 2000 sind geheime Informationen verloren gegangen, weil Massenspeicher aus dem Ministerium untergeordneten Forschungsinstituten verschwanden (Computerwoche.de berichtete). Abraham sagte, es gebe zwar keine Hinweise darauf, dass in anderen Forschungsstätten ebenfalls Datenspeicher mit geheimen Informationen abhanden gekommen seien wie gerade erst in Los Alamos. Trotzdem werden bis zum Ende der dortigen Untersuchungen erst einmal alle Arbeiten an Computern, auf denen geheime Informationen verarbeitet werden, eingestellt.

Zu den Instituten, die von der Anordnung betroffen sind, gehören so renommierte Einrichtungen wie die Nuklearwaffenforschungszentren Lawrence Livermore in Kalifornien, Sandia in Albuquerque, New Mexico, und Oak Ridge im Bundesstaat Tennessee. Auch die Wissenschaftshochburg Argonne National Laboratory außerhalb von Chicago gehört zu den vom Arbeitsstopp betroffenen Labors.

Die Order von Minister Abraham bedeutet auch, dass alle 16 betroffenen Forschungseinrichtungen eine peinlich genaue Inventur durchführen müssen, um festzustellen, ob möglicherweise auch bei ihnen Datenspeicher abhanden gekommen sind. Zudem müssen alle Institute ein Überwachungs- und Kontrollsystem einrichten, dass den Zugang zu geheimen Daten genau protokolliert. (jm)