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US-Börsenaufsicht nimmt Wirtschaftsprüfer unter die Lupe

08.06.2000
Unregelmäßigkeiten und Interessenskonflikte

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die fünf großen Wirtschaftsprüfungs- und Consulting-Unternehmen müssen eine Untersuchung ihrer Geschäftsaktivitäten durch die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) über sich ergehen lassen. Die Behörde will prüfen, ob KPMG, Arthur Andersen, Ernst & Young, Pricewaterhouse Coopers (PwC) und Deloitte & Touche gegen die Bestimmungen für unabhängige Wirtschaftsprüfer verstoßen haben.

Aufmerksam wurde die SEC durch die über 8000 bisher ermittelten Regelverstöße bei PwC, in denen es meistens um Beteiligungen von Mitarbeitern und deren Familien am jeweils zu prüfenden Unternehmen ging. Die übrigen vier Firmen befürchten nun ebenfalls die Aufdeckung von Tausenden von Verstößen. Allerdings versprach die Börsenaufsicht, nur die schwerwiegendsten Fälle zu bestrafen. PwC, das eine Untersuchung vergangener Aktivitäten bereits hinter sich hat, muss lediglich seine gegenwärtigen Geschäftspraktiken offenlegen. Die übrigen vier Wirtschaftsprüfer hingegen werden komplett unter die Lupe genommen. Die fünf Unternehmen müssen im Juni 2001, falls Unregelmäßigkeiten gefunden werden, nachweisen, dass sie ihre Systeme grundlegend umstrukturiert haben.