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US-Behörden heben illegalen Tauschring aus

26.08.2004

"Operation Digital Gridlock" nannte sich eine Fahndungsaktion, in deren Rahmen die US-Bundespolizei FBI gemeinsam mit der Abteilung für Computerkriminalität des US-Justizministeriums und mit der Bezirksstaatsanwaltschaft im District of Columbia fünf Privatwohnungen und die Räumlichkeiten eines nicht genannten Internet Service Providers durchsucht haben.

Bei der Aktion in den US-Bundesstaaten Texas, New York und Wisconsin beschlagnahmten die Fahnder Computer-Equipment, das von Mitgliedern einer illegalen Organisation namens "Underground Network" genutzt worden sein soll. Ihr gehören nach Auskunft des Department of Justice insgesamt 7000 Mitglieder an, die urheberrechtlich geschützte Filme, Musik, Software und Spiele in großem Umfang tauschen. Bedingung für die Mitgliedschaft sei, Dateien im Umfang von mindestens 100 Gigabyte zur Verfügung zu stellen.

Der Datentausch läuft nicht über öffentlich zugängliche P2P-Netze (Peer to Peer) wie Kazaa oder Morpheus, sondern über ein privates Netz, das mit der Direct-Connection-Technologie von Neo Modus betrieben wird. Justizminister John Ashcroft sagte, dass seine Behörde Verstöße gegen das Urheberrecht verfolgen werde, auch wenn sich die Täter hinter der Anonymität von P2P-Netzen versteckten. Die Operation Digital Gridlock läuft bereits seit Mai dieses Jahres. Ursprünglich diente sie zur Bekämpfung von Kinderpornographie. Im Zuge der Fahndung stießen die Behörden auf die Multimedia- und Softwaretauscher. (lex)