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US-amerikanische TK-Branche im Übernahmefieber

01.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach der Übernahme von AT&T durch den Konkurrenten SBC spekulieren Marktbeobachter bereits darüber, wie sich die Konsolidierung in der US-amerikanischen TK-Branche fortsetzt. Die beiden Unternehmen hatten sich am vergangenen Wochenende darauf geeinigt, dass SBC den Traditionskonzern für insgesamt 16 Milliarden Dollar in bar und Aktien übernimmt (Computerwoche.de berichtete).

Damit sind nicht einmal zwei Monate vergangen, seit die US-Mobilfunkanbieter Sprint und Nextel eine "Fusion unter Gleichen" mit einem Volumen von rund 33,3 Milliarden Dollar angekündigt hatten (Computerwoche.de berichtete). Davor hatte bereits Cingular Wireless den Konkurrenten AT&T Wireless für rund 41 Milliarden Dollar akquiriert.

Mit dem sich immer schneller drehenden Übernahmereigen wächst insbesondere für Anbieter wie Verizon, Bell South und MCI die Gefahr, im Festnetz- und Mobilfunkgeschäft den Anschluss zu verlieren. So spekuliert die US-Börsenzeitung "Barrons" bereits, dass der derzeit noch größte TK-Anbieter der USA, Verizon, seinen Konkurrenten Sprint kaufen wolle, um den Zusammenschluss von Sprint und Nextel zu verhindern.

Als Übernahmekandidat wird außerdem MCI (ehemals Worldcom) gehandelt. Der US-Carrier ist zwar im Geschäftskundenbereich nicht ganz so gut aufgestellt wie AT&T, käme jedoch mit einer Marktkapitalisierung von 6,5 Milliarden Dollar deutlich billiger.

Falls tatsächlich eine neue Übernahme im Raum steht, werde sie schon bald bekannt gegeben, schätzen Marktbeobachter. So könnten die Regulierungsbehörden Alarm schlagen, wenn ein Mega-Deal nach dem anderen stattfindet. Bei mehreren geplanten Akquisitionen hätten die Wettbewerbshüter dagegen die Möglichkeit, die Auswirkungen der Transaktionen auf den TK-Markt insgesamt zu beleuchten. (mb)