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US-Abgeordneter wegen Parteinahme für Microsoft kritisiert

28.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der demokratische Kongressabgeordnete Adam Smith aus dem US-Bundesstaat Washington steht wegen einer Parteinahme für Microsoft in Sachen Open-Spurce-Software in der Diskussion. Pikant ist vor allem, dass Microsoft die Wiederwahlkampagne von Smith erheblich finanziert hat.

Die Kontroverse entspann sich an einem Brief, den 76 Kongressabgeordnete unterzeichnet und an den White-House-Sicherheitsbeauftragten Richard Clarke geschickt hatten. In diesem Schreiben machten die Abgeordnete Vorschläge, wie Unternehmen, die von der Regierung subventionierte Softweareprojekte ausführen, diese im weiteren kommerziell nutzen können. Ungefähr Zwei Drittel der Unterzeichner sind wie der jetzt ins Gerede gekommene Smith Demokraten.

Zum Eklat kam es, weil Smith diesen Brief anderen demokratischen Abgeordneten mit der Bitte um Unterzeichnung weiterleitete. Hierbei fügte er allerdings seine eigenen Ansichten zur Open-Source-Diskussion an. Freie Software ist, so Smith in seinen Anmerkungen, "problematisch und droht Innovation und Sicherheitsaspekte zu unterminieren", zitiert das "Wall Street Journal" aus dem Brief.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Tom Davis, Republikaner und einer von zwei Verfassern des ursprünglichen Briefs an das Weisse Haus, ließ durch eine Mitarbeiterin mitteilen, man habe keine Ahnung gehabt von Smiths Zusatzbemerkungen, "die die Position der Verfasser komplett gedreht und in eine Diskussion über Open Source überführt" habe.

Die Sprecherin von Adam Smith ließ mitteilen, Smith habe mit "Microsoft über diese Thematik gesprochen". Es gebe aber keinen Zusammenhang zwischen diesen Diskussionen mit Microsoft und seinen Bemerkungen in dem Brief, den demokratische und republikanische Kongressabgeordnete unterzeichnen sollten und den Smith mit einer Volte gegen freie Software versehen hatte.

Smith hat von Microsoft 22.900 Dollar an Spenden für seinen Wahlkampf zur Wiederwahl als Abgeordneter erhalten. Damit gab die Gates-Company die größte Einzelspende. (jm)