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Update: Zerschlagung von Freenet zeichnet sich ab

24.08.2007

An dem Tag braute sich schon das Gewitter über Spoerr zusammen. Überraschend verkaufte die Investmentgesellschaft Vatas Holding GmbH, bei der der einstige Vorzeigeunternehmer Lars Windhorst Geschäftsführer ist, ihr 19-prozentiges Aktienpaket an Drillisch. Vatas galt bislang als Stütze von Spoerrs Strategie, Freenet mit Bündelprodukten aus Handy und Festnetz auf die Erfolgsspur zurückzubringen.

Daraus wird nun nichts - nach Einschätzung von Experten steht der weitere Fahrplan bereits fest. "Wir erwarten, dass Freenet jetzt das DSL-Geschäft verkauft", sagt Analyst Frank Rothauge von Sal. Oppenheim. Mit dem Verkaufserlös von rund 600 Millionen Euro könne das Unternehmen dann den kleineren Wettbewerber Drillisch übernehmen. Interesse an dem Breitbandgeschäft hat bereits United Internet angemeldet.

Spoerr will trotz des Konflikts mit Drillisch an seinem Posten festhalten: "Ich denke, dass man nicht nach hinten blicken sollte, sondern nach vorne." Da könnte Drillisch-Chef Choulidis, der wiederholt Spoerrs Managerqualitäten in Zweifel gezogen hatte, im Unternehmen für ihn allerdings keinen Platz mehr sehen. Zuletzt hatte er den Freenet-Chef als "Neuling" im Mobilfunkgeschäft bezeichnet, der Fehler wiederhole, "die andere schon gemacht haben". (dpa/ajf)