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Update: Bundeskartellamt ermittelt nicht gegen Intel und Media-Märkte

03.07.2006
Das Bundeskartellamt ermittelt nicht gegen den US-Chipkonzern Intel und die zu Metro gehörenden Saturn- und Media-Märkte wegen angeblicher rechtswidriger Absprachen.
Suche ich bei meiner nächsten Saturn-Filiale nach AMD, erhalte ich 21 Links auf Notebooks - alles Intel-basierende Geräte bis auf einen Apple. Unter "Athlon" finde ich gar nichts. Zufall?
Suche ich bei meiner nächsten Saturn-Filiale nach AMD, erhalte ich 21 Links auf Notebooks - alles Intel-basierende Geräte bis auf einen Apple. Unter "Athlon" finde ich gar nichts. Zufall?

Es gebe kein Verfahren und auch "keinerlei Dokumente, die einen ausreichenden Anfangsverdacht begründen würden", sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag in Bonn. Auch die Unternehmen wiesen einen entsprechenden Bericht zurück.

Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hatte berichtet, dass der Kartellbehörde ein belastender interner Schriftwechsel zwischen der Media-Saturn-Holding (MSH) und einem Lieferanten vorliegt. Danach soll Intel nicht legale Exklusivverträge mit MSH abgeschlossen haben. So habe Intel dafür gesorgt, dass Wettbewerber wie der Chiphersteller AMD ihre Produkte nicht über die Märkte des Unterhaltungselektronik-Händlers verkaufen könne. Dabei sollen "Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe" geflossen sein.

Bei Intel hieß es, die Vorwürfe seien alt. "Es gibt, wie auch schon vor einem Jahr, keine exklusiven Absprachen", sagte Intel-Sprecher Christian Anderka der dpa. Zuletzt hatte die EU-Kommission im Juli 2005 die Geschäftsräume des Chipriesen in München und europaweit sowie Niederlassungen von Herstellern und Großhändlern unter dem gleichen Verdacht durchsuchen lassen. AMD wirft seinem großen Konkurrenten seit Jahren auch in den USA und in Japan vor, kartellrechtswidrige Absprachen mit Computerherstellern und -händlern zu tätigen. Intel weist dagegen auch die jüngsten Anschuldigungen "mit Nachdruck" zurück.

Ein Sprecher der Media-Saturn-Holding erklärte: "Angelegenheiten unserer Industriepartner wollen wir grundsätzlich nicht öffentlich kommentieren." Gegen Media-Saturn selbst gebe es keinerlei Kartellverfahren. Zu den Vorwürfen von Absprachen mit Intel gegen AMD wollte sich der Sprecher nicht äußern. (dpa/tc)