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Update: Blue-ray als Konkurrenz zur DVD?

19.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bereits heute Morgen berichteten wir über eine mögliche Ankündigung für einen künftigen Standard für beschreibbare DVDs. Nun ist das Geheimnis gelüftet: Wichtige Hersteller der Unterhaltungs- und PC-Peripheriebranche haben heute im Tokio einen neuen Standard für optische Medien mit hoher Kapazität angekündigt. Dieser hört auf den Namen "Blue-ray", weil er anstelle der heute in CD- und DVD-Spielern verwendeten roten blaue Laser verwendet. Diese arbeiten mit vergleichsweise kürzerer Wellenlänge (zirka 405 statt rund 650 Nanometer) und lassen sich daher genauer fokussieren, was bei gleicher Oberfläche eine höhere Kapazität ermöglicht. Bislang sind blaue Laser mit 1000 Dollar noch sehr teuer. Der Hersteller Nichia will aber noch in diesem Jahr mit der kommerziellen Massenproduktion beginnen.

Blue-ray-Scheiben werden zwölf Zentimeter breit sein und anfänglich eine Kapazität von 27 GB aufweisen (kleinere Disks mit 25 und 23,3 GB soll es ebenfalls geben) - ausreichend für die Aufzeichnung von rund zwei Stunden HDTV (High Definition Television). Auch entsprechende ROM-Laufwerke für PCs seien denkbar. Fragt sich nur, was nun aus der eben erst richtig in Fahrt kommenden DVD werden soll. Sechs von den zehn Firmen, die die Digital Versatile Disk mit entwickelt haben, sind bei Blue-ray mit im Boot: Hitachi, Matsushita, Philips, Pioneer, Sony und Thomson Multimedia. Dazu gesellen sich LG Electronics, Samsung und Sharp. Vier andere DVD-Aktivisten, nämlich AOL Time Warner, Mitsubishi, JVC und Toshiba (Vorsitzender des DVD Forum und damit besonders bedeutsam), fehlen im Blue-ray-Konsortium. Toshiba hatte bereits zuvor erklärt,

einen Standard für die Nutzung blauer Laser im Rahmen der DVD-Technik entwickeln zu wollen. (tc)