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Update: Arcor treibt die DSL-Nachfrage voran

15.03.2007
Der DSL-Boom in Deutschland geht weiter. Das Wachstum von Arcor auch.

Ein zufriedener Arcor-Chef Harald Stöber hat Mittwoch den "Reigen" der CeBIT-Pressekonferenzen eröffnet. Das Unternehmen ist zuletzt deutlich gewachsen, und es gibt kaum Grund zu der Annahme, dass sich die Entwicklung in den kommenden Monaten signifikant abschwächt. Stöber zufolge ist der deutsche DSL-Markt 2006 um 37 Prozent auf 14,1 Millionen Kunden angestiegen. Auch für dieses Jahr erwartet der Arcor-Chef einen Zuwachs von 3,7 Millionen Kunden, wodurch die Quote gegenüber dem Vorjahr indes schrumpfen würde. Mit dann 18 Millionen Kunden wäre eine DSL-Penetration von fast 50 Prozent erreicht. Laut Stöber sind in Deutschland 70 bis 75 Prozent wahrscheinlich.

Ein Anstieg auf über 90 Prozent Marktdurchdringung ließe sich mit neuen Services erzielen, etwa über IPTV. Dies würde allerdings einige Jahre dauern, so Stöber. Arcor will IPTV - Fernsehen über Internet - bundesweit in der zweiten Jahreshälfte 2007 anbieten. Ab Mai läuft ein Pilotversuch in Kassel. Stöber bezeichnete IPTV als "blöden Begriff", denn er habe nichts mit dem PC zu tun. Der Arcor-Chef erläuterte IPTV als "Kabelfernsehen über Kupfer". Die Verhandlungen mit den Sendern seien "zäh", dennoch gab er sich optimistisch.

Der Carrier hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres rund 1,57 Milliarden Euro umgesetzt, ein Anstieg um zwölf Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs sogar um 27 Prozent auf 278 Millionen Euro. Stöber begründete den Anstieg mit einer besseren Netzauslastung. Der Nettogewinn belief sich auf 79 Millionen Euro nach einem Verlust im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Arcor hat eigenen Angaben in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 186 Millionen Euro in den Netzausbau investiert. Mitte Mai erreicht das Unternehmen Planungen zufolge etwa 60 Prozent aller deutschen Privathaushalte und Gewerbestandorte. "Dieser Flächenausbau hält weiter an", so Stöber. Bis Ende Dezember stieg die Kundenzahl um 760.000 auf 1,84 Millionen, Ende Februar waren es nach Angaben des Arcor-Chefs zwei Millionen Kunden.

Traditionell kritisierte Stöber die Arbeit der Regulierungsbehörde in Deutschland, wenn auch nicht so deutlich wie in den Vorjahren. Er forderte ein "Fair Pricing" im Markt, um den Wettbewerb vorantreiben zu können. Seit zehn Jahren werde die Telekom etwa über die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) subventioniert. Hier steht demnächst eine Entscheidung der Bundesnetzagentur über den Preis für die Überlassung des "nackten Kupfers" an. Während die Telekom den Preis von 10,65 auf über zwölf Euro pro Monat erhöhen will, sprach Stöber von weniger als acht Euro, die realistisch wären. (ajf)