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Unternehmen sind mit Frauen besser dran

01.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Firmen, die Frauen in Spitzenpositionen aufweisen, scheinen an der Börse mehr Erfolg zu haben als Unternehmen, in denen hauptsächlich Männer das Sagen haben. Das zeigt sich vor allem in höheren Emissionspreisen und kräftigeren Gewinnen pro Aktie. Zu diesem provokanten Ergebnis kommt eine Studie von Theresa Welbourne, die an der University of Michigan Business School lehrt. Die Professorin, die gleichzeitig Chief Executive Officer des in Michigan ansässigen Forschungsunternehmens eePulse ist, hat einen Zeitraum von über 20 Jahren untersucht. Ihre Studie gibt allerdings keine Antwort auf die Frage, warum oder wie Frauen den Aktienkurs eines Unternehmens beeinflussen.

Der Grund könnte freilich darin liegen, dass viele Managerinnen in großen Unternehmen kurz vor der höchsten Führungsebene an die "gläserne Decke" stoßen und nicht mehr weiter avancieren können. Viele Frauen steigen dann lieber aus und gründen oder gehen zu kleineren Firmen, wo sie mehr Einfluss ausüben können. Dabei sollten auch große Unternehmen alles daransetzen, Frauen zu wichtigen Positionen zu verhelfen. Mehrere Studien belegen nämlich, dass Frauen die besseren Manager sind. So fand die US-Beratungsfirma Personnel Decisions International, die 58.000 Führungskräfte befragte, heraus, dass Frauen in 20 von 23 Kategorien besser abschnitten als ihre männlichen Kollegen. Die Hagberg Consulting Group kam zu einem ähnlichen Ergebnis: In 42 von 52 Kategorien erzielten Managerinnen höhere Werte als Manager.

In den großen Unternehmen sind Frauen in Führungspositionen besonders rar. Von den 500 größten Unternehmen in den USA finden sich mit Carleton Fiorina von Hewlett-Packard und Andrea Jung von Avon nur zwei Frauen in der Chefposition. In den Top-1000-Unternehmen sind lediglich sechs Frauen Chief Executive Officer.

Bei den 500 größten IT-Firmen liegt der Frauenanteil in den Führungspositionen mit 9,8 Prozent sogar um 2,7 Prozentpunkte unterhalb der Frauenquote in den Top-500-Unternehmen allgemein. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Forschungs-Company Catalyst Project.