Multi-Cloud-Studien von PAC und Crisp

Unternehmen sehen Datenintegration als zentrale Herausforderung

Christoph Witte arbeitet als Publizist, Sprecher und Berater. 2009 gründete er mit Wittcomm eine Agentur für IT /Publishing/Kommunikation. Dort bündelt er seine Aktivitäten als Autor, Blogger, Sprecher, PR- und Kommunikationsberater. Witte hat zwei Bücher zu strategischen IT-Themen veröffentlicht und schreibt regelmäßig Beiträge für die IT- und Wirtschaftspresse. Davor arbeitete er als Chefredakteur und Herausgeber für die Computerwoche. Außerdem ist Witte Mitbegründer des CIO Magazins, als dessen Herausgeber er bis 2006 ebenfalls fungierte.
Anzeige  Die Nutzung von Public Cloud Services ist bereits Mainstream. Deutsche Unternehmen setzen angesichts der Herausforderungen, die die Digitalisierung für sie bereithält, zunehmend auf Multi-Cloud-Ansätze, die sie vorzugsweise mit Hilfe externer Partner aufbauen und betreiben wollen.

Das Marktforschungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) fand im Rahmen einer Studie unter 50 mittelständischen Unternehmen heraus, dass 60 Prozent der Teilnehmer bereits Multi-Cloud-Szenarien nutzen, also auf verschiedene Cloud-Anbieter und unterschiedliche Cloud-Betriebsmodelle zugreifen. Dabei attestieren zwei Drittel der Befragten diesem Cloud-Ansatz in den nächsten Jahren zunehmende Relevanz.

Insgesamt gehört Cloud-Nutzung dabei offenbar inzwischen zum Mainstream: 72 Prozent der Befragten setzen auf die Cloud. Obwohl sie die Delivery-Form intensiv nutzen, agieren die Anwender nicht blauäugig. Sie haben durchaus Sicherheits- und Compliance-Bedenken. So fürchten 54 Prozent der Teilnehmer Cyber-Attacken sowie Spionage. 62 Prozent sehen Probleme mit Compliance-Vorgaben, zum Beispiel beim Datenschutz.

Integrationsfähigkeit steht noch in Frage

Diese Bedenken hegen sie auch in Bezug auf Multi-Clouds (68 Prozent). Ebenfalls problematisch sehen 64 Prozent das Thema Datenintegration über verschiedene Clouds hinweg. End-to-End-Sicherheit stellen in der PAC-Untersuchung 60 Prozent in Frage und 58 Prozent sehen Interoperabilität und Integrationsfähigkeit noch nicht hinreichend gegeben. Wohl deshalb wollen sich fast die Hälfte der Unternehmen in Sachen Multi-Cloud von einem externen Partner unter die Arme greifen lassen.

Eine Studie von Crisp Research ("Multi-Cloud in Deutschland") kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die befragten 197 Cloud-Entscheider aus Unternehmen verschiedener Größenklassen und Branchen gehen davon aus, dass der parallele Betrieb multipler Cloud-Services in den nächsten drei Jahren auf das Dreifache steigt. Insgesamt dürften dann drei Viertel aller Cloud-Infrastrukturen Multi- oder Hybrid-Cloud-Umgebungen sein.

Unternehmen verlangen viel von externen Partnern

Die Unternehmen sind sich dabei der Aufgaben bewusst, die der Übergang in die Multi-Cloud-Welt mit sich bringt. Laut Crisp-Studie sehen sie "sowohl in wirtschaftlichen als auch organisatorischen und technologischen Fragen wesentliche Herausforderungen". Deshalb so die Schlussfolgerung werde der Weg in die Multi-Cloud-Welt "vor allem durch diejenigen Partner begleitet, die Wirtschaftlichkeitsanalysen, Migrations- und Betriebskompetenzen sowie das Change Management vereinen können". 80 Prozent der Teilnehmer wollen wesentliche Teile des Multi-Cloud-Betriebs an externe Experten auslagern - vorzugsweise an Multi-Cloud oder Managed Service Provider.

Digitalisierung treibt den Wandel

Der sich stark beschleunigende Zug zu Cloud- und Multi-Cloud-Nutzung spielt sich natürlich vor dem Hintergrund der Digitalisierung ab. Sie zwingt die Unternehmen dazu, ihre Geschäftsmodelle, Prozesse und Kundenbeziehungen zu digitalisieren. Dafür sind agile und flexible IT-Infrastrukturen und -Services unabdingbar, die den schnellen Wandel der geschäftlichen Anforderungen mitgestalten können. Laut Crisp gehen 80 Prozent der Befragten von einem sehr starken oder starken Einfluss der Digitalisierung auf ihre Unternehmen aus. Dabei rechnet über die Hälfte damit, dass sie mit ihrer heutigen IT-Landschaft den Anforderungen der Digitalisierung nicht oder nur teilweise gerecht werden kann.

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