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Unternehmen ignorieren Folgekosten eines Personalabbaus

08.06.2005
Laut Untersuchungen der Management-Beratung SKP wissen 65 Prozent der Betriebe nichts von den verdeckten Kostentreibern bei einem Stellenabbau.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Studie der Management-Beratung SKP unter 2800 Personalverantwortlichen wirft kein gutes Licht auf die Trennungsstrategie der Betriebe. Mit dem Personalabbau wollen knapp drei Viertel der Befragten Kosten senken. Für Uwe Kern, Vorstandsvorsitzender von SKP, ist dies jedoch paradox: "Schnelle Erfolge haben offensichtlich Vorrang. Trotzdem werden die durch Personalabbau erzielten Einsparungen nicht erreicht." Nach den eingeplanten Ausgaben für Abfindungen, Lohnfortzahlungen und Gerichtsprozesse entstünden weitere Kosten aufgrund von Vertrauens- und Identifikationsverlust sowie Demotivation. Nach einer Gallup-Studie verlieren Unternehmen in Deutschland allein wegen fehlender Motivation der Beschäftigten 226,5 Milliarden Euro jährlich.

Die Studienteilnehmer wurden gebeten, ein Ranking der verdeckten Kostentreiber zu erstellen. 21 Prozent wussten hierzu keine Antwort. Diejenigen, die geantwortet haben, nannten folgende drei Faktoren: die Zeit, die die Verantwortlichen mit dem Projekt verbringen (16 Prozent), Demotivation (12 Prozent) und Fehlzeiten durch Krankheit (5 Prozent).

Etwa jeder zweite Befragte verfügt - laut Studie - über 500 000 Euro für den Abbauprozess. Rund einem Viertel stehen zwischen 100 000 und 500 000 Euro zur Verfügung. Dieses Geld wird hauptsächlich für Abfindungen, Sozialpläne, Lohnfortzahlungen und Anwalts-, Gerichts- und Prozesskosten aufgewendet.

Gefragt nach den drei wichtigsten Komponenten des professionellen Trennungs-Managements nennen die befragten Personalchefs an erster Stelle klare Planung und Vorbereitung (26 Prozent), Kommunikation und Information (19 Prozent) sowie Fairness und Offenheit (14 Prozent).

Viele Unternehmen legen allerdings keinen Wert auf die Vorbereitung der Personaler auf diese Aufgabe. In 43 Prozent der Fälle fand keinerlei Training statt. Der Grund: Die Unternehmen setzen diese Kompetenz bei ihren Mitarbeitern in der Personalabteilung voraus. Immerhin besuchten 22 Prozent arbeitsrechtliche Seminare, 19 Prozent bereitete sich in einem Seminar speziell auf die Trennungsgespräche vor, 17 Prozent lernte in einem langfristigen Coaching den Umgang mit kritischen Situationen. (hk)