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Unmotivierte Mitarbeiter schaden Firmen

02.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Viele Arbeitnehmer gehen wenig engagiert zu Werk. Unternehmen investieren trotz schlechter Bewertungen kaum in die Beschäftigtenbindung.

Die Stimmung ist in vielen Unternehmen schlecht, die Bindung an den Arbeitgeber gering. Angestellte klagen darüber, dass ihre Leistungen nicht gewürdigt werden. Chefs geizen mit Lob oder überhaupt mit regelmäßigem Feedback. Individuelle Förderung und Karriereplanung gebe es kaum. 18 Prozent der Beschäftigten haben innerlich gekündigt, 44 Prozent wollen am liebsten innerhalb des kommenden Jahres den Arbeitgeber wechseln.

In den vergangenen Jahren zeigte sich ein ähnlich düsteres Bild. Die neuen Studienergebnisse der Unternehmensberatung Gallup belegen kaum Besserung: 87 Prozent der befragten Angestellten fühlen sich ihrem Arbeitgeber gegenüber nicht in der Pflicht, 69 Prozent schieben Dienst nach Vorschrift, ohne sich besonders zu engagieren. Lediglich 13 Prozent bringen dem Arbeitgeber eine hohe emotionale Bindung entgegen, in der Schweiz sind es 22 und in den Vereinigten Staaten 29 Prozent. Damit äußern Angestellte hierzulande besonders wenig Interesse am Job. Gallup befragte für die Studie 1863 Arbeitnehmer in Deutschland.

Die Forscher appellieren an die Unternehmen, sich intensiv um die Mitarbeiterbindung zu kümmern, denn der Bindungsgrad beeinflusse auch den wirtschaftlichen Erfolg. Engagierte Angestellte fehlen durchschnittlich zwei Tage weniger pro Jahr, sie reichen rund zwölf Verbesserungsvorschläge innerhalb von sechs Monaten ein und helfen ihrem Arbeitgeber, Geld zu sparen. Um aus frustrierten motivierte Mitarbeiter zu machen, sind kleine Gesten ein erster Schritt. Einfache Dinge wie Lob und Anerkennung belasten zwar nicht das Budget, sondern kosten den Chef allenfalls Überwindung. (iw)