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UMTS-Start könnte sich verzögern

20.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Aufbau des UMTS-Netzes droht sich erheblich zu verzögern. Grund dafür sind baurechtliche Neuerungen und Bürgerproteste gegen den Start der neuen Mobilfunkgeneration. Das berichtet die "Financial Times Deutschland". Die Bundesländer Hessen und Baden-Württenberg haben vor kurzem durch rechtliche Bestimmungen den Bau von Mobilfunkstationen in Wohngebieten erschwert. Gemäß eines Urteils des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Hessen ist für neue Antennen künftig eine Baugenehmigung nötig. Der VGH Baden-Württemberg kam zu dem gleichen Schluss wie die hessischen Richter. So weigert sich nun unter anderem die nordhessische Stadt Fulda, Baugenehmigungen für neue Mobilfunkmasten zu erteilen.

Zunehmenden Widerstand leisten auch Bürgerbewegungen, die durch die auftretende Strahlung Gesundheitsrisiken befürchten. Mobilcom und T-Mobil wollen den Beschwerden mit einer Aufklärungskampagne entgegentreten.

Bis zum Jahr 2005 müssten die sechs UMTS-Betreiber Deutsche Telekom, Mannesmann Mobilfunk, Viag Interkom, E-Plus/Hutchison, Mobilcom/France Télécom und die Gruppe 3G, mindestens 50 Prozent des Bundesgebiets mit dem neuen Mobilfunkstandard abdecken. Für den Fall, dass die geforderte UMTS-Netzabdeckung bis dahin wegen behördlicher Maßnahmen nicht gesichert werden könne, wolle Mobilcom die Lizenzgebühren vom deutschen Staat zurückfordern.