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UMTS: Französische Regierung zeigt sich unbeeindruckt

26.01.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz des Rückzugs des ST3G-Konsortiums, bestehend aus dem Vorsorgungskonzern Suez Lyonnaise und der spanischen Telefongesellschaft Telefónica, will die französische Regierung an ihren Vergabekonditionen für das Ausschreibungsverfahren der UMTS-Lizenzen festhalten. Die beiden Unternehmen hatten gestern mit der Begründung, der vom Staat festgesetzte Preis von rund fünf Milliarden Euro pro Lizenz entspreche nicht der Marktsituation, auf ein Gebot verzichtet (Computerwoche online berichtete). Einem Telefónica-Sprecher zufolge werde der Konzern im Falle einer Gebührensenkung die Entscheidung überdenken. Industriestaatssekretär Christian Pierret hält unterdessen an den Zielen der Regierung fest.

Außerdem treten nach der ST3G-Entscheidung immer mehr Zweifel an der Bewerbung des Bau- und Telefonkonzerns Bouygues Télécom auf. Der Aufsichtsrat des Unternehmens wird einen Tag vor Ablauf der Bewerbungsfrist am 31.Januar 2001 über eine Teilnahme entscheiden. Im Falle eines Ausstiegs würde sich die Zahl der Interessenten für die insgesamt vier Lizenzen der dritten Generation auf zwei Bieter reduzieren. Somit würden nur noch der Ex-Monopolist France Télécom sowie der private Mobilnetzbetreiber SFR (Vivendi, Vodafone und British Telecom) an dem so genannten Beauty Contest teilnehmen.