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UMTS-Ausgaben belasten Ergebnis von Mobilcom

21.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der deutsche TK-Konzern Mobilcom hat in seinem Geschäftsjahr 2001 einen Konzernverlust von 205,6 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr hatte das Minus noch 89,3 Millionen Euro betragen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf minus 65,5 Millionen Euro, während Analysten im Durchschnitt von einem Ebitda-Verlust in Höhe von 46,5 Millionen Euro ausgegangen waren. Der Büdelsdorfer Carrier hatte im Geschäftsjahr 2000 ein Ebitda-Defizit von lediglich 11,4 Millionen Euro ausgewiesen. Schuld an dem schlechten Ergebnis von Mobilcom sind vor allem die hohen UMTS-Aufwendungen sowie die Kosten für den Konzernumbau.

Positiv hingegen entwickelte sich der Umsatz des Unternehmens: Dieser stieg im Jahresvergleich um rund zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Auch die Kundenzahl verbesserte sich von 6,5 auf neun Millionen. Davon waren über fünf Millionen Mobilfunkteilnehmer. Das sind 25 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Konkrete Prognosen für die Zukunft wollten die Büdelsdorfer jedoch nicht bekannt geben. In einer Pressemitteilung hieß es lediglich, man erwarte in diesem Geschäftsjahr eine weitere Umsatzsteigerung und plane, "am Wachstum des Mobilfunkmarktes überdurchschnittlich teilzuhaben".

In seinem Streit mit der TK-Gesellschaft France Télécom, die 28,5 Prozent der Mobilcom-Aktien besitzt, sind die Büdelsdorfer nun weiter in die Offensive gegangen. Um den französischen Carrier dazu zu bewegen, sich zu einem größeren Teil an seinen UMTS-Kosten zu beteiligen, übte Mobilcom-Chef Gerhard Schmid nun eine Option aus, wonach France Télécom ihm seine 33-prozentige Beteiligung an dem deutschen Unternehmen abkaufen muss, wenn es zu "unüberbrückbaren Differenzen" zwischen den Partnern kommt. Das allerdings würde die hochverschuldete französische TK-Gesellschaft in arge Bedrängnis bringen. Schmid hofft mit dem jüngsten Schritt, seinen Partner bezüglich der UMTS-Investitionen umstimmen zu können.

Die Anleger reagierten verstimmt auf die Nachrichten: Das Mobilcom-Papier sank am heutigen Donnerstagnachmittag um 20,4 Prozent auf 13,25 Euro (Stand: 16:51 Uhr). (ka)