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UMTS-Abschreibungen belasten MMO2-Bilanz

22.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Mobilfunkbetreiber MMO2 konnte im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 4,9 Milliarden Pfund (7,2 Milliarden Euro) steigern. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde mit 859 Millionen Pfund (1,25 Milliarden Euro) im Jahresvergleich (433 Millionen Pfund) mehr als verdoppelt. Vor Steuern (EBT) verbuchte der Konzern jedoch einen Verlust von 10,1 Milliarden Pfund (rund 14,7 Milliarden Euro). Im Geschäftsjahr 2002 hatte das EBT-Minus "lediglich" 850 Millionen Pfund (etwa 1,4 Milliarden Euro) betragen. Grund für den dramatischen Einbruch waren Sonderabschreibungen in Höhe von umgerechnet rund 13,5 Milliarden Euro, unter anderem auf die inzwischen verkaufte O2 Netherlands und das britische Geschäft samt UMTS-Lizenz. Bei o2 Deutschland korrigierten die

Briten allein den Wert der einstmals über acht Milliarden Euro teueren 3G-Lizenz um 5,5 Milliarden Euro nach unten. Dem Münchner Unternehmen gelang es jedoch, mit 43 Millionen Euro erstmals einen EBITDA-Gewinn zu schreiben (Computerwoche online berichtete).

Die Abschreibungen auf die 3G-Lizenzen bedeuteten nicht, dass MMO2 dieses Dienste aufgibt, erklärte CEO Peter Erskine. Es sei vielmehr allgemein bekannt, dass die Betreiber vor drei Jahren zu viel Geld dafür bezahlt hätten. Nach wie vor deckten die UMTS-Lizenzen etwa 40 Prozent der Vermögenswerte des Unternehmens ab, so Erskine. (mb)