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Umsatzwarnung schickt Intel-Aktie in den Keller

22.09.2000
Wer ist Schuld - Europa oder AMD?

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel hat gestern überraschend eine Umsatzwarnung für das laufende dritte Quartal seines Geschäftsjahres ausgesprochen. Die Einnahmen sollen demnach nur noch zwischen 8,5 und 8,7 Milliarden Dollar liegen und nicht wie von Analysten erwartet bei bis zu 9,1 Milliarden Dollar. Damit liegt das Wachstum gegenüber dem Vorquartal nicht mehr bei neun bis zehn, sonder nur noch zwischen drei und fünf Prozent. Die endgültigen Zahlen veröffentlicht Intel am 17. Oktober. Die nach Börsenschluss ausgesprochene Warnung ist die erste des Konzerns seit dem ersten Fiskalquartal 1998. Im nachbörslichen Handel gab die Intel-Aktie um bis zu 20 Prozent nach.

Als Grund für den Einbruch nannte der Halbleiterkonzern eine unerwartet schwache Nachfrage nach seinen Produkten seitens der europäischen PC-Hersteller. Ein Intel-Sprecher schilderte seinen Arbeitgeber als Opfer steigender Benzinpreise und der anhaltenden Schwäche der Gemeinschaftswährung auf dem alten Kontinent.

Auch wenn diese Aspekte durchaus eine Rolle spielen dürfte - des Pudels Kern ist vermutlich ein anderer: Ein Investment-Bänker, der aus verständlichen Gründen anonym bleiben möchte, vermutet gegenüber "Computerwire, Intel habe erstmals signifikant Marktanteile an den Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) abgeben müssen. Als zusätzliche Negativfaktoren dürften sich die momentan unerwartet geringe PC-Nachfrage sowie diverse Intel-interne Pannen (Produktverzögerungen, Rückrufaktion beim schnellsten Pentium III) bemerkbar machen.