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Überfordert sich Alcatel mit der Lucent-Fusion und dem Nortel-Spartenkauf?

04.09.2006
Nachdem der französische TK-Ausrüster Alcatel bekanntgegeben hat, die UMTS-Sparte von Nortel zu kaufen, bewerten Analysten das Vorhaben kritisch. Der Grund: Die Franzosen hatten zuvor erklärt, die US-amerikanischen Konkurrenzfirma Lucent zu schlucken.

Alcatel hatte mit der kanadischen Nortel Networks eine entsprechende Absichtserklärung über den Kauf der UMTS-Sparte für 320 Millionen Dollar unterzeichnet. Sie umfasst ausschließlich Funktechnik, also die Basisstationen von UMTS-Netzen ("UMTS Radio Access"). Die Transaktion solle im vierten Quartal 2006 abgeschlossen sein. Von dem Kauf verspricht sich Alcatel Einsparungen bei der UMTS-Entwicklung.

Experten halten den Kaufpreis für gerechtfertigt - er betrage etwa dem Jahresumsatz von Nortels UMTS-Abteilung. Für Aufregung sorgt jedoch, dass Alcatel bereits im April erklärt hat, mit dem US-amerikanischen Wettbewerber Lucent zu fusionieren (siehe auch Alcatel und Lucent wollen Fusion vor Jahresende abschließen hrichten). Analysten teilen nämlich nicht die Begeisterung der Franzosen über beide Transaktionen. Sie fürchten, die Integration der hinzugekauften Techniken von Lucent und Nortel mit der eigenen könnte sich negativ auf die Geschäfte von Alcatel auswirken. Aufwändige Integrationsprojekte seien gerade in der schnelllebigen TK-Branche Gift.