IBM Q Network

Turbo für Quantencomputer - IBM kooperiert mit Industrie und Forschung

15.12.2017
Von 
Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Um die Quanten-Technologie für kommerzielle Anwendungen nutzbar zu machen, hat IBM das IBM Q Network ins Leben gerufen zusammen. Es besteht in erster Linie aus führenden Industrie- und Forschungsunternehmen sowie aus Wissenschaftsinstitutionen.

Quantenrechner werden zweifelsohne die heutigen Computer ablösen und die Technologiewelt auf den Kopfstellen. Diese Quantensysteme arbeiten nicht binär mit Nullen und Einsen sondern basieren auf der Quantenmechanik und nutzen Qubits. Das sind Informationseinheiten aus der Quantenphysik, die beliebig viele Zustände annehmen können.

So ist es nicht verwunderlich, das führende CPU-Hersteller bereits fiberhaft an Quanten-Prozessoren arbeiten. Der Chiphersteller Intel will sein Know-how ausspielen und versucht Qubits in Siliziumtechnologie zu realisieren. Das soll Vorteile bei der Fertigung und Skalierbarkeit dieser Technologie erleichtern. Allerdings setzt das Gros der Entwickler sowie IBM auf supraleitende Materialien. Mittlerweile sind sogar erste Prototypen verfügbar, die Programmcode verarbeiten können.

Der IBM Quantencomputer soll Unternehmen eine Plattform bieten, um drauf Quantenanwendungen zu entwickeln.
Der IBM Quantencomputer soll Unternehmen eine Plattform bieten, um drauf Quantenanwendungen zu entwickeln.
Foto: IBM

Um die Entwicklung in Bereich Quantentechnologie und Quantenprozessoren voranzutreiben hat IBM das IBM-Q-Network ins Leben gerufen. Das Netzwerk offeriert Unternehmen und Wissenschaftliche Institutionen einen cloudbasierten Zugang zur IBMs aktuellen Quantenrechner und dessen Ressourcen inklusive Open-Source-Quanten-Software sowie den entsprechenden Entwicklungswerkzeugen von IBM. Zu den Gründungsmitgliedern zählen: Barclays, Daimler AG, Hitachi Metals, Honda, JP Morgan Chase, JSR, Nagase, Oakridge National Lab, Samsung, sowie die Universitäten Oxford, Keio (Tokio) und Melbourne.

"IBM sieht die nächsten Jahre als Beginn der kommerziellen Quanten-Ära. In diesem Zeitraum wird sich die Quantentechnologie schnell weiterentwickeln und erste konkrete Anwendungen werden verfügbar sein", sagte Dario Gil, Vizepräsident von AI und IBM Q, IBM Research.

Im Kern erforscht das IBM Q Network praktische Quantenanwendungen für die Industrie, da diese viel schneller und effizienter gelöst werden können als mit einem klassischen Computer:

So arbeitet die Daimler AG an praktischen Anwendungsfällen der Quantentechnologie wie etwa neuen Materialien für die Automobil- und Transportindustrie. Weitere Aufgabengebiete sind komplexe Optimierungsprobleme wie beispielsweise bei Fertigungsprozessen, Tourenplanung für Fuhrparklogistik, autonomen/selbstfahrenden Fahrzeugen, sowie mit Hilfe der Quantentechnologie maschinelles Lernen und künstlicher Intelligenz zu verbessern.

Der Finanzdienstleister JP Morgan Chase etwa legt besonderen Schwerpunkt darauf, wie Quanten-basierte Finanzdaten im Bereich Handelsstrategie, Portfolio-Optimierung, Asset Pricing, Abrechnungen und Risikoanalysen optimal genutzt werden können.

Aber auch sonstige Unternehmen können sich im Rahmen des IBM Services IBM Q Consulting-Workshop ständig über die Ergebnisse aus Forschungen und Entwicklungen der Quantentechnologie auf dem Laufen halten.