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Tschernobyl-Virus wütet in Südkorea

28.04.1999
Europa und USA blieben verschont

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Computervirus "Tschernobyl" (alias "CIH", CW Infonet berichtete), benannt nach der russischen Nuklearkatastrophe an deren Jahrestag das Programm aktiv wird, hat in Südkorea tausende PCs lahmgelegt. Regierungsangaben zufolge seien 240000 Rechner betroffen. Lokale Hersteller von Antiviren-Software vermuten jedoch, daß die Zahl infizierter PCs wesentlich höher ist und etwa 600000 Arbeitsplätze lahmgelegt wurden. Auch andere ostasiatische Länder meldeten Virusinfektionen tausender PCs. Europa und USA blieben von Tschernobyl weitgehend verschont. Ein Sprecher des "Computer Emergency Response Teams" (CERT) berichtet von etwa 2000 überwiegend privat genutzte PCs, die in den Vereinigten Staaten infiziert wurden. Laut CERT seien die Firmen in USA und Europa wesentlich besser gegen Virenbefall abgesichert. Der seit wenigen Wochen grassierende "Melissa"-Virus hätte zudem die Aufmerksamkeit der IT-Verantwortlichen gegenüber Computerviren

verstärkt und viele Unternehmen zur Aktualisierung Ihrer Antivirensoftware veranlaßt.

Tschernobyl löscht wichtige Bereiche der Rechnerfestplatte und kann sogar Teile des Bios (Basic Input Output System) zerstören, so daß sich PCs nicht einmal mehr von Disketten starten lassen.