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Trojaner narrt Virenexperten

02.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Trojanisches Pferd, das sich als Sicherheitstool ausgab, hat sogar Virenexperten zum Narren gehalten. Virenspezialisten von Securityfocus.com verschickten das Virus an 37.000 Abonnenten. Geprüft wurde das Tool vorher vom Antiviren-Softwarehersteller Network Associates, dem der versteckte virulente Code auch nicht auffiel.

Das kleine Programm gab sich als Werkzeug zur Identifikation von Schwachstellen in Computersystemen aus: In diesem Fall sollte es vier kürzlich entdeckte Schwachstellen in der DNS-Software BIND (Berkeley Internet Name Domain) identifizieren (Computerwoche.de berichtete). In Wirklichkeit löste das Tool von jedem Computer, auf dem es gestartet wurde, eine Anfrage an einen Server von Network Associates aus, dem Unternehmen, das einige der BIND-Löcher entdeckte. "Unsere Name Server wurden überflutet, die Denial-of-Service-Attacke verursachte Ausfälle. Einige Websites waren nicht mehr erreichbar", gibt Network Associates zu. Innerhalb von 90 Minuten habe man das Problem behoben.