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Transmeta verkauft Crusoe-Prozessorserie nach China

02.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der angeschlagene Chipdesigner Transmeta verkauft seine Prozessorserie "Crusoe" für 15 Millionen Dollar an das chinesische Unternehmen Culturecom Technology. Außerdem wollen die Chinesen die 130-Nanometer-Version der Stromspar-CPU "Efficeon" in Lizenz nehmen, um die Chips künftig selbst produzieren und anbieten zu können. Transmeta selbst hat die Produktion der Crusoe-Prozessoren sowie der 130-nm-Efficeons bereits eingestellt. Efficeon-Modelle mit 90-Nanometer-Technologie sind in dem Lizenzabkommen nicht enthalten.

Laut Transmeta soll das Geschäft mit Culturecom bis Dezember 2005 abgeschlossen sein. Der genaue Termin hänge hauptsächlich von der Erteilung einer Technologie-Exportlizenz durch das Handelsministerium der USA ab, wie Transmeta weiter mitteilt.

Mit dem Verkauf der Crusoe-CPU-Familie und der Lizenzierung folgt Transmeta seiner bereits Anfang 2005 angekündigten neuen Geschäftsausrichtung. Nach dem gescheiterten Versuch, Transmetas Stromsparprozessoren auf dem Massenmarkt zu etablieren, sieht der neue Firmenchef Arthur Swift die Zukunft der Company im Service- und Consulting-Bereich sowie dem Handel mit Lizenzen. So sollen rund 100 Transmeta-Ingenieure bei Sony die Stromspartechnik "Longrun2" weiterentwickeln und an zukünftige Sony-Produkte anpassen. Einige Entwickler werden zudem am "Cell"-Prozessor arbeiten, den Sony in Kooperation mit IBM und Toshiba entworfen hat und der in künftigen Playstation-3-Spielekonsolen eingesetzt wird. Zudem will Firmenchef Swift mit Lizenzen Geld in die leeren Transmeta-Kassen spülen. Derzeit sind neben Sony auch Fujitsu und NEC Lizenznehmer der Longrun-2-Technik (Computerwoche.de berichtete). (mb)