Kompromiß verbindet rivalisierende Vorschläge

TK-Gremium ETSI beschließt Nachfolger für den Handy-Standard GSM

13.02.1998

Eine Mischung aus den ursprünglich konkurrierenden Verfahren Wideband-Code Division Multiple Access (W-CDMA) einerseits und Time Division CDMA (TD-CDMA) soll den Standard Global System for Mobile Communication (GSM) ablösen. Zu der Einigung kam es, nachdem keine der beiden Techniken die erforderliche Mehrheit von 71 Prozent der insgesamt 316 Delegiertenstimmen der ETSI-Versammlung auf sich vereinigen konnte.

W-CDMA war von einem Konsortium unter Führung von Ericsson und Nokia favorisiert worden, für TD-CDMA haben sich unter anderem Siemens, Bosch, Nortel und Alcatel Alsthom eingesetzt. Der Kompromiß wurde von Vertretern beider Interessengruppen vorgeschlagen. Er sieht vor, daß W-CDMA vor allem für Weitgebiets-Applikationen genutzt wird, während TD-CDMA Übertragungen innerhalb von Gebäuden regelt.

Die von der ETSI getroffene Entscheidung wird als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) gewertet. Dieses soll ab 2002 den Mobilfunk weltweit einheitlich regeln und neben der Sprachübertragung auch Datentransfers erlauben.