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Tiscali sieht sich trotz hoher Verluste auf Kurs

31.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz unerwartet hoher Verluste im zweiten Quartal rechnet der italienische Internet-Service-Provider Tiscali weiter mit einem Break-even zum Jahresende. Dem auf Sardinien ansässigen Unternehmen gelang es, von April bis Juni seinen Pro-forma-Ebitda-Verlust gegenüber dem ersten Quartal (- 103,1 Millionen Euro) auf einen Fehlbetrag von 63,3 Millionen Euro Minus zu senken. Dennoch liegt das Defizit weit über dem erwarteten Minus von rund 51 Millionen Euro. Die Zahlen beinhalten Ergebnisse von Tiscali sowie von den drei größten Akquisitionen World Online, Libertysurf und Lineone. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum vorherigen Quartal um elf Prozent von 149,5 Millionen auf 165 Millionen Euro.

Für die ersten Hälfte 2001 weist Tiscali mit 314,5 Millionen Euro einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum (216,8 Millionen Euro) um 45 Prozent höheren Pro-forma-Umsatz aus. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, durch Kostensenkungen den Ebitda-Verlust von 279,3 Millionen auf 166,3 Millionen Euro zu verringern. Angesichts der Zahlen zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Renato Soru zuversichtlich, bei steigendem Umsatz und weiteren Sparmaßnahmen das gesetzte Ziel eines ausgeglichenen Ebitda-Ergebnisses im vierten Quartal 2001 zu erreichen. Auf Pro-forma-Basis gelang es dem Unternehmen, seit Ende letzten Jahres die Betriebskosten um die Hälfte zu senken. Soru prophezeit zum Jahresende Bruttogewinnmargen zwischen 35 und 40 Prozent. Die Spanne lag Ende des zweiten Quartals bei 26 Prozent, Ende des ersten Vierteljahres bei 14 Prozent. Im vierten Quartal rechnet der Tiscali-Chef mit Einnahmen von zirka 250 Millionen Euro. Auf die Frage nach weiteren Aufkäufen erklärte

Soru, die nächsten Akquisitionen würden kleiner ausfallen als der für rund 650 Millionen Euro erworbene Provider Libertysurf (Computerwoche online berichtete) und nannte Großbritannien und Spanien als Länder, in denen die Italiener zukaufen wollen. Mögliches Expansionsgebiet im nächsten Jahr sei außerdem Osteuropa.