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Time Warners Internet-Division AOL muss sich vor Gericht verantworten

29.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - America Online (AOL), der Internet-Geschäftsbereich von Time Warner, bekommt Ärger mit dem Justizministerium des US-Bundesstaates Ohio. Dessen Staatsanwalt Jim Petro hat eine Klage gegen AOL erlassen. Begründung: Seinem Büro lägen 250 Beschwerden von Privatkunden gegen das Unternehmen vor. Diese sagen, AOL habe ihnen Gebühren für Abonnements abgebucht, obwohl diese längst gekündigt waren.

In einem ähnlichen Verfahren hatte bereits die US-Behörde Federal Trade Commission (FTC) im September 2003 ein Verfahren gegen AOL eingeleitet. Seinerzeit hatte die FTC beklagt, AOL würde Abonnenten weiter Gebühren abbuchen, obwohl diese Kunden ihre Abos beendet hatten.

Petro will AOL nun auf Schadensersatzzahlungen von 100.000 Dollar verpflichten. In seinem Klagebegehren wirft er dem Unternehmen zudem vor, es habe in Werbekampagnen irreführende Angaben gemacht. Außerdem habe es gegen Vereinbarungen aus früheren Klageverfahren verstossen. Gemeint ist damit eine Vereinbarung, die AOL im Jahr 1998 mit 44 US-Bundesstaaten abschloss. Auch seinerzeit war AOL vorgeworfen worden, es habe in illegitimer Weise Kunden abkassiert. (jm)