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Terra Lycos rechnet auch im nächsten Jahr mit Verlust

27.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das spanisch-amerikanische Internet-Portal Terra Lycos SA rechnet damit, noch für mindestens ein weiteres Jahr Verluste zu verbuchen. Damit hat das Unternehmen die eigenen Prognosen vom Mai 2001 bekräftigt. Das Portal, dass fast 70 Prozent seiner Einnahmen in den USA erzielt, verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 513 Millionen Dollar. Im Vorjahr belief sich das Defizit noch auf 74,8 Millionen Dollar. "Wie wir bereits im Mai angekündigt haben, erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte 2002 ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Das wäre ungefähr sechs Monate später als ursprünglich erwartet", so die offizielle Meldung. Terra Lycos hat vor allem unter den sinkenden Einnahmen aus dem Online-Werbegeschäft zu leiden. Marktbeobachter zeigten sich wenig überrascht. "Was uns interessiert, ist in welchem genauen Umfang sich die

zurückgegangenen Werbeerträge bei Terra Lycos bemerkbar machen", so ein spanischer Analyst. Die Experten der Investmentbank Merrill Lynch, die vor kurzem ihre Wachstumsprognosen für weltweite Internet-Werbeaufwendungen nach unten korrigiert hatten, sagen dem Internet-Portal einen Ebitda-Verlust von rund 51,7 Millionen Dollar für das Jahr 2002 voraus.

Der Internet-Service-Provider Lycos Europe, ein Joint Venture von Bertelsmann und Terra Lycos, hat sein Defizit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im vergangenen Geschäftsjahr (Ende: 30. Juni 2001) im Vergleich zum Vorjahr von 84,4 Millionen auf 202 Millionen Euro ausgeweitet. Den Umsatz konnte das Unternehmen um etwa 250 Prozent auf 138,9 Millionen Euro steigern. Bis zum Dezember 2002 plant Lycos Europe die Gewinnzone zu erreichen. Bereits Mitte des Monats hatte das Internet-Portal umfassende Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt. Diese beinhalten unter anderem die Entlassung von 300 europäischen Mitarbeitern. Als Grund nannte die Firma die enttäuschende Entwicklung auf dem Online-Werbemarkt (Computerwoche online berichtete).