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Telekom: Verschmelzung mit T-Online ist Kernelement der Neuausrichtung

26.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom hat die Notwendigkeit der geplanten Verschmelzung von T-Online auf den Mutterkonzern unterstrichen. Die Integration der Internet-Tochter sei ein "Kernelement" der neuen Strategie, sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke am Dienstag auf der Hauptversammlung in Hannover. Der Konzern hatte zum Jahreswechsel seine Vier-Säulen-Struktur aufgelöst und richtet sich künftig auf die Geschäftsfelder Festnetz/Breitband, Mobilfunk und Geschäftskunden aus.

Auf der Hauptversammlung steht die Fusion von T-Online und der Telekom im Mittelpunkt. Die Zustimmung der Telekom-Aktionäre ist nicht mehr erforderlich, da der Konzern bereits über 90 Prozent von T-Online kontrolliert. Mit der von Aktionärsvertretern kritisierten Komplettübernahme will die Telekom ihr Festnetzgeschäft stärken.

Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wollen auf dem Aktionärstreffen gegen einen Zusammenschluss votieren und damit die Möglichkeit für Klagen verbessern. Die Telekom rechnet mit massiver Kritik; daher wurde die Hauptversammlung für zwei Tage angesetzt. Am Donnerstag sollen die Eigner von T-Online auf der Hauptversammlung die Übernahme durch die Telekom absegnen.

Die Telekom verspricht sich von der Neuausrichtung eine Ergebnisverbesserung. "Wir gehen davon aus, dass sich erste Resultate bereits im Geschäftsjahr 2005 zeigen werden", sagte Ricke. Der volle Effekt werde jedoch erst 2006 sichtbar. Mit dem Ergebnisplus will der Vorstandsvorsitzende auch dem Aktienkurs auf die Sprünge helfen: Der aktuelle Kurs könne die Telekom nicht zufrieden stellen. "Wir wollen höhere Kursstände sehen." Am Vormittag verlor die T-Aktie 0,26 Prozent auf 15,36 Euro.

Der Vorstandsvorsitzende bestätigte in seiner Rede die Prognose für das laufende Jahr. "Für 2005 erwarten wir ein bereinigtes EBITDA zwischen 20,7 und 21 Milliarden Euro." Im Vorjahr wies der Bonner Konzern nach IFRS einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 19,6 Milliarden Euro aus.

Der größte Telecomkonzern Europas bekräftigte zudem seine Dividendenpläne. "Die Dividende für 2004 ist die Richtschnur für künftige Dividenden", sagte Ricke. Die Aktionäre sollen in Hannover einer Ausschüttung in Höhe von 0,62 Euro je Anteil zustimmen. In den beiden Vorjahren hatte die Telekom wegen der hohen Verschuldung auf eine Dividende verzichtet. (dpa/mb)