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Telekom und Arcor streiten um Tarife

04.07.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Verhandlungen der Deutschen Telekom AG mit ihrem Konkurrenten Mannesmann Arcor über die neuen Durchleitungstarife sind gescheitert. Daraufhin hat Arcor einen Antrag bei der Regulierungsbehörde auf Genehmigung seines eigenen Tarifmodells eingereicht. Gegenstand der Gespräche waren die so genannten Interconnection(IC)-Tarife. Diese legen fest, wieviel ein Telekom-Konkurrent an den Ex-Monopolisten für die Benutzung seiner Leitungen zahlen muss. Im Herbst dieses Jahres sollen die IC-Tarife neu gestaltet werden. Bisher berechnete sich die Gebühr aus der Entfernung, künftig sollen die Unternehmen jedoch nach der Anzahl der benutzten Netzelemente zahlen. Diese Regelung würde die reinen Wiederverkäufer von Telefonminuten besonders hart treffen, da diese nur wenige Verbindungen zum Telekom-Netz aufbauen. Unternehmen die wie Acor eine eigene Infrastruktur aufgebaut

haben, profitieren eigentlich von dem neuen System. Die Telekom hatte jedoch ursprünglich ein Modell vorgestellt, bei dem ein Wettbewerber sein Netz an 469 Punkten mit dem des ehemaligen Staats-Carriers zusammen schalten muss, um den günstigen IC-Tarif zu bekommen. Zum Ärger von Acor weicht die Telekom jetzt von dieser Vereinbarung ab. Der neue Entwurf sieht nun 615, bei vollständiger Flächendeckung sogar 1000 Zusammenschaltungspunkte vor. Erst dann können die alternativen TK-Gesellschaften den günstigen IC-Tarif in Anspruch nehmen.