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Telekom-Personalvorstand kündigt weiteren Konzernumbau an

20.08.2007
Es soll kräftig aus- und umgelagert werden bei der Deutschen Telekom. Die Gewerkschaft ver.di hat die Pläne kritisiert.

Die Deutsche Telekom steht vor einem weiteren Konzernumbau. "Unsere Strukturen müssen wir konsequent am Markt ausrichten", sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger (Foto) in der Samstagsausgabe der "Welt". Deshalb müsse die Telekom die Konzentration und Fokussierung auf die Geschäfte vorantreiben. "Wir schaffen überschaubare Einheiten – denken Sie an die neuen Servicegesellschaften oder die T-Punkte, bei denen die Verantwortlichkeiten neu verteilt werden." Damit seien Erfolg und Misserfolg am Markt und bei den Kunden jeder Einheit direkt zurechenbar, sagte Sattelberger.

Die Telekom hat ihre Vertriebsfilialen mit dem Namen T-Punkte in eine eigene Gesellschaft verlagert; nach einer harten Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften sollen nun rund 50.000 Beschäftigte in T-Service ausgelagert werden. Zusätzlich zu den T-Punkten und zu T-Service will Sattelberger nun sein eigenes Ressort umbauen. Dieses müsse kosteneffizienter und stärker am Geschäft ausgerichtet werden, sagte er. Nach frühen Angaben aus Konzernkreisen sollen dabei 2.000 der insgesamt 6.500 Stellen gestrichen werden. Handlungsbedarf sehe der Vorstand zudem bei der Geschäftskundensparte T-Systems sowie den Niederlassungen in der Fläche.

Die Gewerkschaft ver.di kritisierte die Pläne. "Durch eine solche Umstrukturierung wird die Steuerbarkeit des Unternehmens schwer", sagte ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder. Zudem müsse das Unternehmen nach dem letzten Konflikt zur Ruhe kommen. Schröder, der im Aufsichtsrat der Telekom sitzt, bemängelte zudem die Auslagerung von 2.500 Mitarbeitern der "Kundenniederlassung Spezial" in die Telekom-Tochter Vivento Customer Services (VCS). Der Bonner Konzern will sich von der Gesellschaft trennen, nannte aber keinen Zeitrahmen dafür. Es sei fatal, sich von "Kundenniederlassung Spezial" trennen zu wollen, da die Einheit eine wichtige Rolle beim Kundenservice einnehmen, sagte Schröder.

Die Telekom hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100.000 Arbeitsplätze gestrichen. Derzeit läuft ein Programm, das den Weggang von 32.000 Beschäftigten bis Ende kommenden Jahres vorsieht. Sattelberger bekräftigte, dass der Stellenabbau auch nach dem Jahr 2008 weitergehen wird. "Den Weg der Effizienzsteigerung über alle Konzernbereiche hinweg müssen wir weitergehen." (dpa/ajf)