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Telekom mit solidem Gewinn

10.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom ist im Geschäftsjahr 2003 wie erwartet in die Gewinnzone zurückgekehrt: Nach vorläufigen Berechnungen erzielte das Bonner Unternehmen einen Jahresüberschuss von 1,3 Milliarden Euro. 2002 hatte die Telekom aufgrund hoher Abschreibungen einen Nettoverlust von 24,6 Milliarden Euro verbucht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich im Jahresvergleich von 16,3 auf 18,3 Milliarden Euro. Den Umsatz steigerte der TK-Konzern um vier Prozent auf 55,8 Milliarden Euro.

Mit diesen Zahlen erfüllte die Telekom ihre eigenen Prognosen und entsprach weitgehend den Erwartungen der Analysten. Mit einer positiven Überraschung konnte das Unternehmen allerdings nicht aufwarten – im Gegenteil: Der Carrier wies vielmehr eine Belastung in Höhe von 442 Millionen Euro aus dem Lkw-Mautprojekt aus. Diese hatte zur Folge, dass der magentafarbene TK-Riese im vierten Quartal mit einem Fehlbetrag von 77 Millionen Euro in die roten Zahlen rutschte. Durch den Verkauf von Tochtergesellschaften gelang es ihm dennoch, seine Schulden im Schlussquartal um weitere 2,6 Milliarden auf 46,6 Milliarden Euro zu senken. Ende 2002 hatte die Schuldenlast noch 61,1 Milliarden Euro betragen.

Größter Umsatzbringer war 2003 erneut die Festnetzsparte T-Com. Der Bereich verbuchte einen Einnahmenrückgang um 4,4 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro, konnte jedoch seinen Ebitda-Gewinn mit 10,2 Milliarden Euro im Jahresvergleich geringfügig verbessern. Am Thron von T-Com rüttelt jedoch zunehmend die Mobilfunkschwester T-Mobile. Die Division erzielte ein Umsatzplus von 15,4 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro, der Ebitda-Profit kletterte gleichzeitig von fünf auf sieben Milliarden Euro. T-Mobile USA gelang es sogar, den operativen Gewinn mit 1,5 Milliarden Euro nahezu zu verdreifachen.

Auch die IT-Services-Sparte T-Systems schlug sich 2003 angesichts schwieriger Marktbedingungen vergleichsweise gut. Die Division konnte ihre Einnahmen um 1,2 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro erhöhen. Parallel verbesserte sich das Ebitda-Plus im Zuge der Restrukturierung von 753 Millionen auf 1,4 Milliarden Euro.

T-Online steigerte seine Erlöse um fast 17 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der Ebitda-Gewinn des Internet-Anbieters verbesserte sich von 103 Millionen auf 335 Millionen Euro. Unter dem Strich verbuchte T-Online allerdings einen Verlust von 37,7 Millionen Euro oder drei Cent pro Aktie (Computerwoche.de berichtete), das ist jedoch deutlich weniger als die minus 489,7 Millionen Euro oder 40 Cent je Anteilschein aus dem Vorjahr.

Für das laufende Geschäftsjahr hat sich Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke weiterhin profitables Wachstum zum Ziel gesetzt. Angestrebt wird ein um Sondereinflüsse bereinigter Ebitda-Profit von 19,2 Milliarden Euro – 2003 hatte dieser Wert bei 18,3 Milliarden Euro gelegen. Eine Dividendenzahlung will sich das Unternehmen 2004 "sparen" und erst im kommenden Jahr wieder ins Auge fassen. (mb)