Klassisches Business-TK-Geschäft wird in den Konzern integriert

Telekom gründet eigene IoT- und Security-Tochter

06.08.2019
Von 
Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Die Telekom will sich bei TK-Services für Unternehmen sowie IoT und Security neu aufstellen. Dazu sollen ältere T-Systems-Bereiche in das Großkundengeschäft integriert werden und eigene GmbHs die Bedeutung neuer Geschäftsfelder unterstreichen.
Teile von T-Systems sollen in die Telekom integriert werden, andere als eigenständige GmbHs agieren.
Teile von T-Systems sollen in die Telekom integriert werden, andere als eigenständige GmbHs agieren.
Foto: T-Systems

Die von Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Adel Al-Saleh angekündigte Transformation von T-Systems geht weiter. So ist derzeit geplant, die bisherigen T-Systems-Einheiten "TC Services" und "Classified ICT" (Telekommunikations(TK)-Dienste, die meist für Behörden konzipiert sind) in den Geschäftskundenbereich der Telekom Deutschland einzugliedern. Bei der Telekom Deutschland soll hierfür eine eigene Einheit für TK-Services mit Geschäftskunden entstehen. Ferner will T-Systems mit zwei Ausgründungen am Markt schneller wachsen: Die beiden Geschäftseinheiten "Security" und "IoT" (Internet of Things) werden in selbstständige GmbHs ausgegründet.

Keine Jobstreichungen geplant

Momentan handelt es sich dabei nur um Pläne, mit denen die Telekom ihre Konzernstrategie "Führend bei Geschäftskunden-Produktivität" weiter umsetzen will, denn noch fehlt die Zustimmung des Aufsichtsrats. Dem Gremium sollen die Pläne in der nächsten Sitzung Anfang September vorgestellt werden. Ein zusätzlicher Personalabbau soll im Zuge der Umorganisation nicht stattfinden. Neben den geplanten Veränderungen läuft die Transformation bei T-Systems weiter. "Sobald der Aufsichtsrat grünes Licht gibt, werden wir mit den Sozialpartnern die notwendigen Schritte verhandeln. Ohne Abbau von Arbeitsplätzen", betont Adel Al-Saleh.

TK-Services zentral organisiert

Mit der Neuorganisation will Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Adel Al-Saleh wettbewerbsfähiger werden.
Mit der Neuorganisation will Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Adel Al-Saleh wettbewerbsfähiger werden.
Foto: Telekom

Mit dem Angebot der TK-Services aus einer Hand verspicht sich die Telekom mehr Effizienz. "Damit werden wir die Produktion vereinheitlichen und unserem Vertrieb einen Schub geben", so Telekom-Vorstand und Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner. Die Ziele sind höhere Skalierung und mehr Wettbewerbsfähigkeit durch Mengeneffekte. "Mit der neuen integrierten Einheit für TK-Services verfolgen wir das Ziel, die Effizienz für unsere Kunden zu erhöhen. Unsere Kunden wollen, dass es einfach ist, mit uns Geschäfte zu machen.

Sie wollen auf ein Team zurückgreifen, das die komplette Wertschöpfungskette abdeckt." unterstreicht T-Systems-Chef Al-Saleh, "mit dieser Aufstellung schaffen wir eine Einheit mit durchgängiger Verantwortung. Produktentwicklung, Service Delivery Management, Produkt-Management und technischer Vertrieb - alles unter einem Dach. Dadurch entfällt das Einpreisen von Vorleistungen bei TK-Angeboten und wir vermeiden unnötige Komplexität. Das macht uns im Markt wettbewerbsfähiger." Des Weiteren ist Al-Saleh davon überzeugt, dass man mit einer standardisierten Produktion Wachstumsfelder wie SD-WAN, SD-LAN und Cloud Connect besser adressieren könne. Und für Wössner ist klar: "Auch unser Mittelstandsgeschäft wird davon profitieren."

Neue Töchter sollen agil handeln

Mehr Agilität ist das Ziel der Ausgründung von IoT und Security in zwei eigenständige Gesellschaften, die unter dem Dach von T-Systems firmieren sollen. Auf diese Weise will der Konzern auf den beiden Wachstumsmärkten schneller agieren können, denn hier gebe es besonders bewegliche Wettbewerber mit schlanken Entscheidungsstrukturen, so die Telekom.

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Im Ergebnis sollen zwei integrierte, agile Einheiten entstehen ­mit durchgehender Verantwortung vom technischen Vertrieb über das Lösungsdesign bis zur Produktion. "Eigenständige Unternehmen sind agiler im Markt. Sie können schnelle Märkte besser bedienen, einschließlich des Mittelstands", erläutert Al-Saleh. "Ihre Unabhängigkeit erleichtert es auch neue Wege zu gehen, etwa bei Partnerschaften oder für Kooperationen mit Wettbewerbern, also Coopetition."

Stimmt der Aufsichtsrat im September zu, dann soll die neue Struktur im ersten Halbjahr 2020 in Kraft treten.