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Telekom erfreut mit Milliardengewinn und Dividende

12.08.2004

Die Deutsche Telekom AG hat im zweiten Quartal 2004 bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt. Wegen des Erfolgs hat der Bonner TK-Konzern seine Jahresprognosen nun teilweise angehoben und stellt für 2004 wieder eine "attraktive" Dividendenzahlung in Aussicht.

Wie die Telekom bekannt gab, stieg das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im zweiten Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 4,59 Milliarden auf 4,78 Milliarden Euro und übertraf damit leicht die Erwartungen der Analysten. Der Nettoprofit verbesserte sich von 256 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro und fiel damit deutlich höher als die vom Markt prognostizierten 474 Millionen aus. Der Konzern profitierte dabei von außerordentlichen Faktoren, darunter einem Buchgewinn von 1,8 Milliarden Euro durch die Höherbewertung der US-Mobilfunklizenzen. Bereinigt um Sondereffekte erzielte die Telekom einen Überschuss von 728 Millionen Euro.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 14,41 Milliarden Euro – Marktbeobachter hatten im Schnitt mit nur 14,2 Milliarden Euro gerechnet. Getragen wurde das Wachstum von den Divisionen T-Mobile und T-Online. So konnte die Internet-Sparte ihre Einnahmen gegenüber dem Vorjahresquartal um 11,4 Prozent auf 500 Millionen Euro steigern (Computerwoche.de berichtete). Die Mobilfunktochter erzielte ein Umsatzplus um 12,2 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Der Anstieg wurde dabei im Wesentlichen durch das anhaltende Kundenwachstum erzielt. So konnte T-Mobile USA im Berichtszeitraum 1,1 Millionen Neukunden gewinnen und zählt nun insgesamt 15,4 Millionen Nutzer, Der mittlere Umsatz je Kunde und Monat (Arpu) stieg im US-Geschäft gleichzeitig um zwei Dollar auf 52 Dollar. Hierzulande stagnierte der Arpu mit 23 Euro, die Zahl der Nutzer konnte T-Mobile Deutschland im Quartal um 378.000 auf

insgesamt 27,1 Millionen erhöhen.

Die Festnetzsparte T-Com verbuchte im Berichtszeitraum einen Umsatzrückgang um 3,8 Prozent auf 6,88 Milliarden Euro, verglichen mit dem Einbruch um 6,9 Prozent im vorangegangenen ersten Quartal konnte sich die Division aber bereits etwas stabilisieren. Gleichzeitig habe sich der Verlust von Marktanteilen verlangsamt, so die Telekom.

Fortschritte meldet auch die IT-Servicesparte T-Systems. Mit 2,62 Milliarden Euro gelang es dem Bereich, seine Erlöse im Jahresvergleich um 2,3 Prozent sowie im sequenziellen Vergleich um 6,1 Prozent zu steigern. Der Quartalsgewinn (Ebitda) lag mit 318 Millionen Euro leicht unter Vorjahresniveau, im ersten Halbjahr verbuchte der Dienstleister jedoch einen Rückgang um knapp zehn Prozent auf 619 Millionen Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr geht die Telekom davon aus, den operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahreswert von gut 1,4 Milliarden auf 4,2 Milliarden Euro zu verdreifachen. Der Nettoprofit soll sich mit 2,5 Milliarden Euro mindestens verdoppeln. Der Konzern setzt dabei auf eine kräftiges Wachstum im Breitband- und Mobilfunkgeschäft: So rechnet die Telekom bei ihrer US-Tochter bis Jahresende mit einem Zuwachs auf 17 Millionen Kunden, das sind vier Millionen Nutzer mehr als Ende 2003. Die Zahl der DSL-Anschlüsse soll in Deutschland auf 5,6 Millionen ansteigen, bislang wurden lediglich fünf Millionen Verträge eingeplant. Gleichzeitig stellte Konzernchef Kai-Uwe Ricke den Aktionären nach drei Jahren Pause eine Dividendenzahlung in Aussicht. Über die Höhe der Gewinnausschüttung machte Ricke jedoch keine Angaben. (mb)