Ada

Techniker Krankenkasse nutzt App mit Chat-Bot und KI zur Diagnose

22.12.2018
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Die Techniker Krankenkasse verwendet eine App mit Chat-Bot für eine erste Diagnose bei ihren Versicherten. Mit künstlicher Intelligenz.

Die Techniker Krankenkasse verwendet die kostenlos App Ada für eine erste Diagnose bei ihren Versicherten. Die App soll einen ersten Symptomcheck bei Versicherten vornehmen, die sich krank fühlen oder nicht wissen, wie sie Symptome bewerten sollen.

Die Techniker Krankenkasse nutzt eine App mit Chat-Bot und KI zur Diagnose
Die Techniker Krankenkasse nutzt eine App mit Chat-Bot und KI zur Diagnose
Foto: Techniker Krankenkasse


Ada, die es sowohl für iOS als auch für Android gibt, verwendet künstliche Intelligenz für ihre Diagnose. Jeder Interessierte kann sich Ada unabhängig von seiner Krankenversicherung herunterladen. Die Besonderheit der Techniker Krankenkasse besteht darin, dass sie Ada ihren Versicherten zur Benutzung empfiehlt und künftig sogar in ihre eigene „TK-Doc"-App integriert.

Nutzer der App "Ada", die bei der Techniker Krankenkasser versichert sind, können dort ihre Beschwerden eingeben, erhalten eine persönliche Analyse und werden auf Wunsch über passende digitale Versorgungsangebote der TK informiert. Passend zu dem Symptomcheck erhalten die Versicherten Versorgungsangebote der TK, wie beispielsweise die Allergie-App "Husteblume".

In der zweiten Ausbaustufe, die voraussichtlich Anfang 2019 startet, können TK-Versicherte den Symptomcheck direkt über die neue "TK-Doc"-App nutzen, ohne dass ein gesonderter Log-in bei Ada notwendig ist. Hierzu wird der Symptomcheck von "Ada" direkt in die neue "TK-Doc"-App integriert. Nach der Bewertung mittels künstlicher Intelligenz können die Versicherten auf Wunsch das Ergebnis über die App unmittelbar telefonisch, per Mail, per Text- oder Video-Chat mit einem Arzt besprechen. Die Gespräche führen Mediziner des TK-Ärzte-Zentrums.

„Ada funktioniert im Prinzip wie ein Chat. Der Nutzer beantwortet Fragen zu seinen Symptomen bis genügend Informationen für eine qualifizierte Einschätzung vorliegen. Ada informiert die Nutzer direkt über mögliche Ursachen ihrer Beschwerden und zeigt ihnen mögliche nächste Schritte auf - zum Beispiel, ob sie einen Arzt konsultieren sollten", erklärt Dr. Martin Hirsch, Mitgründer und Chief Scientific Officer von Ada Health, das die KI-Technologie "Ada" entwickelt hat.

Darauf basiert Ada: „Sieben Jahre Forschung stecken in der Künstlichen Intelligenz von Ada. Mehr als hundert Ärzte haben tausende medizinische Fälle in die Datenbank eingepflegt, zudem lieferten Studien und Fachliteratur weitere Informationen. Mittlerweile kennt Ada mehrere tausend Krankheiten und Symptome. Täglich kommen durch die Nutzer der Ada-App rund 30.000 neue Fälle hinzu. Es werden dauerhaft Qualitätssicherungen von Adas Ärzte-Team sowie externen Spezialisten durchgeführt. Dank Künstlicher Intelligenz wird Ada täglich schlauer, denn jeder einzelne Symptomcheck sichert die Datengrundlage und ist damit die Basis der Analyse für den Einzelnen", so Hirsch. (PC-Welt)