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Task Force der EU soll Schutz kritischer IT-Strukturen untersuchen

19.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Union hat eine Task Force gebildet, um die Aktivitäten der 25 Mitgliedsländer im Hinblick auf den Schutz kritischer IT-Infrastrukturen zu überwachen. Die Arbeitsgruppe ist Teil des am vergangenen Freitag vorgestellten EU-Projekts "Critical Infrastructure Research Coordination" (CI2RCO). Sie soll unter anderem herausfinden, welche Forschergruppen sich mit IT-Security innerhalb sensibler Umgebungen wie Telekommunikations- oder Stromnetze in Europa beschäftigen. Nach Aussagen von Paul Frießem vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) sollen Experten aus ganz Europa zusammengebracht werden, um sich über ihre Projekte auszutauschen und Wege zu finden, dieses globale Problem in den Griff zu bekommen. "Wir beabsichtigen auch, mit nichteuropäischen Spezialisten zusammenzuarbeiten", so Frießem, demzufolge die Kooperation in erster Linie mit Ländern wie den USA, Kanada oder Australien erfolgen soll, möglicherweise aber auch mit Russland.

Eines der Probleme, die die Task Force zu lösen haben wird, besteht darin, die einzelnen Staaten zur Herausgabe von Informationen zu bewegen, die diese als kritisch für ihre nationale Sicherheit betrachten. "Die meisten EU-Mitgliedsstaaten sind sich der Gefahr durch Cyber-Attacken bewusst und bereit, diese Informationen mit anderen zu teilen", so der Fraunhofer-Mann. Bei einigen sei dies jedoch nicht der Fall, was noch eine Hürde darstelle.

Zudem will die Task Force in Kontakt mit TK-Gesellschaften und Energielieferanten treten, um deren Sicherheitsbedürfnisse zu erfragen und abzugleichen. Dahinter steht die Idee, der Europäischen Kommission im Lauf der nächsten Monate eine Übersicht der derzeitigen Situation zu geben, so dass diese entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.

Das CI2RCO-Projekt läuft über zwei Jahre. Neben dem SIT sind unter anderem auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG), die Nationale Italienische Behörde für neue Technologien (Enea), die Niederländische Organisation für angewandte Wissenschaftsforschung (TNO) und die Ernst Basler + Partner AG beteiligt. (ave)