Tapetenwechsel bei Salubra:Neue Philosophie für Mini-Dialog

21.11.1975

GRENZACH - Video-Displays waren beim Tapetenwerk Salubra, Grenzach, von Anfang an für mehr als nur zum "Reinschauen" da: Seit gut einem Jahr ist ein transaktions-orientierter Minicomputer vom Typ DDS 550 der Firma Digital Equipment installiert, der unter dem Timesharing-Betriebssystem CTS (Commercial Timesharing System) läuft. Der DEC-Mini löste eine reine Batch-Anlage ab, ein IBM System 360/20. Für die Umstellung benötigte das Salubra-EDV-Team rund 25 Mann-Monate: "Wir mußten eine vollkommen neue Philosophie entwickeln", berichtete Diplom-Chemiker T. Brodbeck, Leiter des Programmierteams in Grenzach, "denn die 360-Programme konnten wir nicht mehr brauchen." Die Datensichtgeräte werden heute als echte Werkzeuge für den Sachbearbeiter eingesetzt.

Derzeitige Konfiguration: Eine Zentraleinheit mit 256 KB, eine Festkopfplatte mit 512 KB, zwei Wechselplatten mit je 50 MB, eine Magnetband-Station (800 bpi), ein Kartenleser (300 Karten/Min.), zwei Drucker mit je 200 Zeilen/Min. Geschwindigkeit. Des weiteren insgesamt 14 Terminals, davon acht Video-Displays und sechs Druckwerke. Drei der Bildschirm-Terminals und ein Matrixdrucker stehen im Salubra-Werk Basel, von dort aus wird das gesamte Exportgeschäft abgewickelt.

Sämtliche Daten werden dezentral erfaßt. Sowohl die Job-Verarbeitung als auch die Entwicklung neuer Programme werden im interaktiven Betrieb vom Terminal aus gestartet. Die Response-Zeiten am Bildschirm betragen nach Aussage Brodbecks je nach Auslastung des Systems zwischen zwei und fünf Sekunden, was der EDV-Chef als durchaus zumutbar betrachtet.