Der Markt für PCs

Tablets beleben das PC-Geschäft

30.09.2010
Von 
Martin Bayer ist Chefredakteur von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO. Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP.
Windows 7, Netbooks und Tablet-Rechner hauchen dem müden PC-Geschäft neues Leben ein.

Die befürchtete Katastrophe ist ausgeblieben. Nachdem viele Experten dem weltweiten PC-Markt für 2009 schon einen beispiellosen Absturz prophezeit hatten, sind die Anbieter noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die Gesamtbilanz des vergangenen Jahres drehte mit einem starken Schlussquartal sogar noch ins Plus. Gartner zufolge verkauften die Hersteller weltweit etwa 308 Millionen Rechner, rund fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dabei hatte es über weite Strecken nicht gut ausgesehen. Noch im März 2009 hatte Gartner einen Einbruch des globalen PC-Marktes um neun Prozent prognostiziert. Im Verlauf des Jahres hellten sich die Prognosen jedoch immer weiter auf: Mitte des Jahres hieß es, die Absatzzahlen würden gegenüber 2008 um sechs Prozent zurückgehen. Im Herbst war nur mehr die Rede von einem Minus in Höhe von etwa drei Prozent, und nach einem starken Schlussspurt zum Weihnachtsgeschäft mit Zuwachsraten von über 20 Prozent rettete sich der Markt noch in die schwarzen Zahlen.

Gartner-Analystin Meike Escherich: "Das Tal der Tränen, in das der deutsche PC-Markt im vergangenen Jahr gestürzt ist, war nicht so tief."
Gartner-Analystin Meike Escherich: "Das Tal der Tränen, in das der deutsche PC-Markt im vergangenen Jahr gestürzt ist, war nicht so tief."

Das gilt auch für Deutschland. "Das Tal der Tränen, in das der deutsche PC-Markt im vergangenen Jahr gestürzt ist, war nicht so tief", lautet das Fazit von Gartner-Analystin Meike Escherich zum hiesigen Markt. Nach Stückzahlen habe es 2009 immerhin noch ein Wachstum von vier Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr gegeben. Die Umsätze seien allerdings deutlich eingebrochen - gerade auch wegen des weiter anhaltenden Trends zu günstigen Mini-Notebooks.

Schon 2010 rechnet die Gartner-Analystin allerdings wieder mit einem Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Nach Einschätzung der Auguren könnten die Hersteller hierzulande im laufenden Jahr rund 20 Prozent mehr Rechner an den Mann bringen als noch im vergangenen Jahr. Angetrieben werde das Wachstum durch die starke Consumer-Nachfrage. Diese werde im laufenden Jahr um 24 Prozent anziehen.

Zahlen zu PCs, Notebooks, Netbooks und Tablets

  • DisplaySearch geht davon aus, dass die Hersteller in diesem Jahr weltweit 43,8 Millionen Netbooks verkaufen werden. Das entspricht einem Plus von 28,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

  • Gartner zufolge werden die Hersteller in diesem Jahr weltweit 41,8 Millionen Mini-Notebooks verkaufen. Das bedeutet einen Zuwachs von 30 Prozent im Vergleich zu den 32,1 Millionen Geräten aus dem Jahr zuvor. Der Netbook-Anteil am gesamten Mobilrechnermarkt wird in den kommenden Jahren von 18,6 Prozent im Jahr 2010 auf 13,9 Prozent (2014) sinken.

  • Forrester Research sagt voraus, dass Tablets gemessen an den Verkaufszahlen im Jahr 2012 Netbooks und 2013 auch Desktop-Computer überflügeln werden.

  • Die Experten von AbiResearch taxieren den weltweiten Tablet-Absatz im Jahr 2015 auf rund 57 Millionen Geräte.

  • Die IDC-Analysten schätzen die diesjährigen Tablet-Verkäufe global auf 7,6 Millionen Geräte. 2014 sollen weltweit 46 Millionen Stück über die Ladentische gehen. Das bedeutet ein durchschnittliches Wachstum von 57,4 Prozent pro Jahr.

  • Laut Gartner wird der weltweite PC-Markt vor allem durch Consumer angetrieben. Dieses Segment soll 2010 nach Stückzahlen um 29,5 Prozent wachsen, während das Enterprise-Geschäft um 13,1 Prozent zulegen soll.

  • IDC zufolge wächst das Desktop-Segment des weltweiten PC-Geschäfts deutlich langsamer als der Markt für Mobilrechner. 2010 soll der Absatz bei 137,6 Millionen Rechnern liege, 8,2 Prozent mehr als die 127,1 Millionen Geräte aus dem vergangenen Jahr.