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Tablet PCs leiden unter Anwendungsmangel

13.08.2004

Die Verkäufe von Tablet PCs leiden unter einem Mangel von speziell für die Plattform geschriebenen Anwendungen sowie dem Preisunterschied gegenüber herkömmlichen Notebooks, wie aktuelle Marktforschung beweist. Zwar steigt die absolute Zahl der verkauften Tablets, so wurden beispielsweise laut Canalys im zweiten Quartal 2004 in der Region EMEA (Europa, Nahost und Afrika) 25 Prozent mehr Geräte verkauft als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Allerdings wurden rund 100 Mal mehr normale Notebooks abgesetzt. Und die IDC schätzt, dass in diesem Jahr weltweit nur rund eine Million Tablet PCs verkauft werden, das wären weniger als 0,5 Prozent vom gesamten PC-Markt.

Marktführender Anbieter im zweiten EMEA-Quartal war nach Einschätzung von Canalys Hewlett-Packard, das knapp über 8000 Tablet PCs loswurde. Stärker zulegen als HP konnten indes Toshiba, Fujitsu Siemens Computers und vor allem Acer, das seine Verkäufe im Jahresvergleich um 170 Prozent steigerte. Die Taiwaner haben den dümpelnden Tablet-Markt bereits auf ein Fehlen entsprechender Anwendungen geschoben.

Als Acer vor zwei Jahren den von Microsoft konzipierten neuen Formfaktor unterstützte, erwartete sich die Firma bis Ende 2003 bereits 20 Prozent Tablet-Anteil am Notebook-Markt. Derzeit machen Tablet PCs aber weniger als zehn Prozent von Acers Portable-Geschäft aus. Man versuche zwar auch, die Kosten der Geräte zu senken, wichtigster Faktor für eine weitere Verbreitung seien aber die Anwendungen, erklärte Acer im Juni.

Einer Umfrage von Canalys im Handelskanal zufolge halten 40 Prozent eine Preissenkung für am wichtigsten, um das Tablet-Geschäft zu beflügeln. 30 Prozent der Händler wünschen sich mehr Tablet-spezifische Anwendungen, um vor allem die Bedürfnisse vertikaler Märkte wie Gesundheitswesen, Immobilien oder Versicherungen besser abzudecken. (tc)