Cloud-Anbieter im Profil

T-Systems - mit vier IaaS-Plattformen gegen AWS und Co.

18.05.2016
Von   


René Büst ist Research Director in Gartners Managed Business and Technology Services Team mit Hauptfokus auf Infrastructure Services & Digital Operations. Er analysiert Entwicklungen im Bereich Cloud Computing (Anbieter von Managed Cloud-Services und Public Cloud sowie Cloud-Strategien wie IaaS, PaaS und Multicloud), digitale Infrastrukturen und Managed Services sowie den Einfluss der digitalen Transformation auf die IT. Seit Mitte der 90er Jahre konzentriert sich Herr Büst auf den strategischen Einsatz der IT in Unternehmen und setzt sich mit deren Einfluss auf unsere Gesellschaft sowie disruptiven Technologien auseinander.

Open Telekom Cloud

Die Open Telekom Cloud (OTC) ist das zweite Public Cloud IaaS-Angebot von T-Systems und wurde offiziell im März 2016 vorgestellt. Die Infrastruktur-Umgebung basiert auf der Open Source Infrastruktursoftware OpenStack, wobei in dieser Variante der chinesische Anbieter Huawei die Technologie liefert und für die technische Weiterentwicklung verantwortlich ist. Im Kern bietet die OTC folgende Funktionalitäten:

  • Rechenleistung (virtuelle Maschinen),

  • Speicherplatz (Object Storage, Block Storage),

  • Netzwerk.

Zu den weiteren Funktionen und Services zählen:

  • AutoScaling,

  • Image Management Service,

  • Volume-Backup,

  • Virtual Private Cloud,

  • Elastic Load Balancer,

  • Elastic IP,

  • Anti-DDoS,

  • Cloud Eye (Dashboard),

  • Identity and Access Management,

  • Container Service (Docker) in Beta,

  • Relational Database (MySQL),

  • API,

  • Self-Service-Portal.

Weitere höherwertige Plattform-Services und Funktionen sind bereits geplant und werden im Laufe der kommenden Quartale nach und nach bereitgestellt.

Die Instanzgrößen bei der Open Telekom Cloud lassen sich nach vorkonfektionierten Konfigurationen auswählen.
Die Instanzgrößen bei der Open Telekom Cloud lassen sich nach vorkonfektionierten Konfigurationen auswählen.
Foto: Deutsche Telekom

Stand April 2016 setzt die OTC auf OpenStack in der Juno-Version (Release Date: Oktober 2014). Bis Ende 2016 soll hier ein Update auf OpenStack Liberty (Release Date: Oktober 2015) erfolgen. Auf Virtualisierungsebene kommt XEN 4.2.x zum Einsatz.

Die OTC bietet 23 vordefinierte Instanzgrößen kategorisiert nach:

  • General Purpose,

  • Compute,

  • Memory Optimized.

Auf den virtuellen Maschinen kann ein Kunde entweder eigene Betriebssystem-Images nutzen oder auf fertig vorkonfigurierte zurückgreifen. Hierfür stehen die Folgenden bereit:

  • openSUSE 42.1,

  • CentOS 6.7,

  • CentOS 7.2,

  • Ubuntu 14.04.x,

  • SuSE Enterprise Linux (SLES),

  • SuSE Enterprise Linux 11 SP4,

  • SuSE Enterprise Linux 12 SP1,

  • Oracle Linux 6.7,

  • Oracle Linux 7.2,

  • Microsoft Windows 2008 Enterprise R2 SP1 Englisch,

  • Microsoft Windows 2012 R2 Standard Englisch.

Über einen Cloud-Konfigurator lassen sich Use Case-basiert vorgefertigte Konfigutrationen abrufen.
Über einen Cloud-Konfigurator lassen sich Use Case-basiert vorgefertigte Konfigutrationen abrufen.
Foto: Deutsche Telekom

T-Systems stellt die OTC aus seinen zwei deutschen Rechenzentren in Magdeburg und Biere bereit. Beide Rechenzentren sind über ein Hochgeschwindigkeitsnetz direkt miteinander verbunden. Hierbei setzt T-Systems auf ein Regionen- und Availability-Zone-Konzept, wie es sich für eine hochskalierbare und hochverfügbare Public-Cloud-Infrastrukturplattform gehört. Hiermit ist es ebenfalls einfacher möglich, andere Ländermärkte außerhalb von Deutschland mit der OTC zu erschließen, was in naher Zukunft zu erwarten ist, um die technischen Hürden (wie Latenzen) für Kunden in Europa zu verringern.