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T-Online übertrifft die Erwartungen

13.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Internet-Anbieter T-Online legt für das dritte Quartal ein überraschend gutes Betriebsergebnis vor: Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erzielte die Telekom-Tochter einen Gewinn von 35,6 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein operativer Verlust von 34,8 Millionen Euro aufgetreten war. Das Darmstädter Unternehmen verbesserte sich außerdem im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal. Damals hatte das EBITDA-Plus nur 28,82 Millionen Euro betragen, obwohl das Ergebnis einen Verkaufserlös von 27,3 Millionen Euro enthielt. Die von Reuters befragten Analysten hatten für den aktuellen Berichtszeitraum durchschnittlich mit nur 17,97 Millionen Euro gerechnet.

Netto verbuchte der Konzern dagegen einen Verlust von 271,8 Millionen Euro, nachdem Wertberichtigungen auf die 21,3-prozentige Beteiligung an dem Online-Broker Comdirect das Ergebnis mit 223,8 Millionen Euro belasteten. Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte das Defizit wegen des Verkaufs von T-Motion nur 47 Millionen Euro betragen. Der Umsatz stieg im aktuellen Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr von 270 Millionen auf 383 Millionen Euro. So wuchsen etwa die Einnahmen im Non-Access-Bereich von 44,6 Millionen auf 85,9 Millionen Euro.

In den ersten neun Monaten erzielte T-Online einen Umsatzzuwachs um 38,5 Prozent von 809,3 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro. Dabei steigerte das Unternehmen im Zugangsgeschäft seine Erlöse um fast 29 Prozent auf 882,6 Millionen Euro. Die Einnahmen im höhermargigen Non-Access-Bereich legten gar um 91,1 Prozent auf 238,2 Millionen Euro zu. Unterstützt durch diesen Zuwachs erwirtschaftete der Internet-Anbieter einen EBITDA-Gewinn von 50,4 Millionen Euro nach einem operativen Minus von 158,1 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. Hoch erfreut von dem Betriebsergebnis hob Vorstandschef Thomas Holtrop in einer Telefonkonferenz die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2002 auf 100 Millionen Euro an. Bislang war von Analysten ein operativer Gewinn zwischen 30 und 40 Millionen Euro prognostiziert worden. Wen interessiert es da noch, dass T-Online in den ersten neun Monaten den Verlust von 383 Millionen auf 408 Millionen Euro ausgeweitet hat? (mb)