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T-Online schreibt früher als erwartet schwarze Zahlen

11.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Telekom-Tochter T-Online hat im dritten Quartal 2003 mit drei Millionen Euro erstmals einen Nettogewinn erzielt. Grund dafür war jedoch vor allem eine teilweise Zuschreibung in Höhe von 34 Millionen Euro auf den im vergangenen Jahr wertberichtigten Buchwert bei der Beteiligung an dem Online-Broker Comdirect. Analysten hatten frühestens im Schlussquartal mit einem Nettoprofit gerechnet. Für den aktuellen Berichtszeitraum hatten sie im Schnitt noch einen Verlust von 30 Millionen Euro prognostiziert. Im zweiten Quartal hatte T-Online noch ein Nettodefizit von 16 Millionen Euro verbucht.

Im Gegensatz zum Konkurrenten Freenet.de (Computerwoche online berichtete) konnte T-Online seine Einnahmen in den saisonal umsatzschwachen Sommermonaten leicht auf 452,7 Millionen Euro nach 449 Millionen Euro im vorangegangenen zweiten Quartal steigern. Gleichzeitig stieg die Rohertragsmarge wegen der verbesserten Auslastung der bei der Konzern-Mutter Telekom eingekauften Netzkapazitäten sequenziell von 57,5 auf 59,3 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aus dem operativen Geschäft erhöhte das Darmstädter Unternehmen von 80 Millionen auf 81 Millionen Euro. Damit konnte T-Online bereits das zwölfte Quartal in Folge ein höheres Ebitda-Ergebnis als im vorangegangenen Quartal erzielen. T-Online zählte Ende September 12,9 Millionen Kunden, das entspricht einem Anstieg um rund eine Million gegenüber dem Vorjahr und sind 231.000 Nutzer mehr als zur

Jahresmitte. In Deutschland verwenden 30 Prozent der Kunden bereits einen Breitbandzugang, insgesamt beträgt der Anteil im Konzern 27 Prozent.

Wegen des guten Abschneidens im Berichtsquartal hat die Telekom-Tochter nun ihre Ebitda-Prognose für das Gesamtjahr angehoben. T-Online-Chef Thomas Holtrop geht nun von einem Ebitda-Plus zwischen 310 Millionen und 320 Millionen Euro aus, Erlöse aus dem Beteiligungsverkauf nicht eingerechnet. Bisher hatte das Unternehmen lediglich einen operativen Gewinn von 250 bis 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Beim Umsatz geht T-Online unverändert von 1,9 Milliarden Euro aus. (mb).