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T-Online reduziert Verlust

01.08.2001
T-Online hat vorläufige Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr 2001 vorgelegt. Demnach konnte die Telekom-Tochter ihren Verlust vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) im zweiten Fiskalquartal auf 56,9 Millionen Euro senken.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - T-Online hat vorläufige Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr 2001 vorgelegt. Demnach konnte die Telekom-Tochter ihren Verlust vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) im zweiten Fiskalquartal auf 56,9 Millionen Euro senken. Im ersten Geschäftsquartal hatte T-Online noch ein Ebitda-Defizit von 66,4 Millionen Euro gemeldet. Marktexperten waren im abgelaufenen Berichtszeitraum von einem Verlust von 65,2 Millionen Euro ausgegangen.

Leicht unter den Analystenprognosen blieb T-Online allerdings mit seinem Umsatz, der im zweiten Fiskalquartal bei 259 Millionen Euro lag. Die Marktexperten hatten durchschnittlich Einnahmen von 266,5 Millionen Euro erwartet. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres waren noch 280,2 Millionen Euro eingenommen worden. Den Rückgang im zweiten Fiskalquartal begründete T-Online vor allem mit der gesunkenen Internet-Nutzungsdauer, die für die Monate April, Mai und Juni typisch sei.

Für das gesamte Halbjahr meldete das Darmstädter Unternehmen einen Konzernumsatz von 539 Millionen Euro, was einer Steigerung von rund 53 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht. Das Ebitda für die vergangenen sechs Monate blieb mit minus 123 Millionen Euro hinter den Befürchtungen der Analysten zurück, die mit einem Defizit von 180 Millionen Euro gerechnet hatten.

Den geringeren Verlust im zweiten Fiskalquartal begründete die Telekom-Tochter in erster Linie damit, dass die verlustbringende schmalbandige Flatrate abgeschafft und die Kunden auf lukrativere andere Tarife transferiert worden seien. Ferne gebe es erste positive Effekte aus Maßnahmen zur Kostenkontrolle im Inland und bei den ausländischen Töchtern. "T-Online hat sich entgegen dem allgemeinen Markttrend im letzten Quartal sehr positiv entwickelt, was die Verbesserung des Ebitda beweist. Mit unserem kombinierten Geschäftsmodell von Portal und Access haben wir den richtigen Weg hin zur Profitabilität beschritten", erklärte Thomas Holtrop, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.

Auf das Portalgeschäft und seine Kooperation mit Bild.de setzt T-Online große Hoffnungen. Die Portaleinnahmen konnten im zweiten Fiskalquartal zwar auch um 17 Prozent gegenüber dem ersten Quartal auf 33,6 Millionen Euro gesteigert werden, unterm Strich stand jedoch nach wie vor ein dickes Minus von 59,9 Millionen Euro (Q1 2001: minus 66,4 Millionen Euro).

Im abgelaufenen Berichtszeitraum wuchs die Zahl der T-Online-Kunden auf 9,2 Millionen. Das entspricht einem Plus von rund 6,6 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2001. Allerdings betrug die Wachstumsrate im ersten Fiskaquartal noch 9,2 Prozent. In Deutschland gewann T-Online im abgelaufenen Quartal 8,6 Prozent mehr Kunden und zählt damit 7,55 Millionen Teilnehmer.

Die Börse reagierte zunächst freundlich: Am heutigen Mittwochvormittag stieg die T-Online-Aktie zunächst um vier Prozent auf 9,25 Euro. Am Nachmittag fiel sie mit 8,90 Euro in etwa auf den Vortagesschlusskurs (8,88 Euro) zurück.