Great Place to Work 2020

Systemhäuser kämpfen um Fachkräfte

25.03.2020
Von 
Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, KI, Security und IoT. Außerdem treibt er das Event-Geschäft bei IDG voran. Er hat Physik an der Technischen Universität München studiert und am Max-Planck-Institut für Biochemie promoviert. Im Internet ist er bereits seit 1989 unterwegs.
Bereits zum dritten Mal hat "Great Place to Work" im Rahmen des Wettbewerbs "Beste Arbeitgeber in der ITK" die arbeitnehmerfreundlichsten Systemhäuser in einer Sonderkategorie erfasst. Sieben Systemhäuser haben dieses Prädikat erhalten.

Jede fünfte Projektanfrage ihrer Kunden mussten die vom Marktforschungsunternehmen Lünendonk im zweiten Quartal 2019 befragten IT-Dienstleister ablehnen – meist, weil ihnen die Fachkräfte fehlten, um alle Projekte auch umzusetzen. Der Mangel an Mitarbeitern mit ausreichenden Digitalkompetenzen stellt Systemhäuser vor zunehmend größere Herausforderungen.

Einfache Lösungen für dieses Problem gibt es nicht. Natürlich bilden die meisten Systemhäuser ihre Fachkräfte selbst aus, viele werben auch Spezialisten von Wettbewerbern ab. Während der erste Prozess lange dauert, ist die zweite Maßnahme meist recht teuer und auch nicht immer von Erfolg gekrönt. Dennoch sind Systemhäuser auf Digitalexperten dringend angewiesen. Systemhäuser suchen derzeit vor allem agile Software-Entwickler, Cloud-Experten, Big-Data-Analysten, KI-, Blockchain- und IT-Security-Spezialisten, aber auch Marketiers und Vertriebler. Vielfach fehlt es den IT-Dienstleistern an Know-how, um Digitalisierungsprojekte bei ihren Kunden umzusetzen. Diese wollen viele ihrer derzeit noch manuellen Prozesse automatisieren, und das funktioniert nur auf der digitalen Ebene.

Systemhäuser geben im digitalen Wandel den Takt vor

Anwenderunternehmen erwarten von den sie betreuenden Systemhäusern, dass diese für sie teilweise die hierzu notwendigen digitalen Lösungen komplett neu entwickeln und in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Die für diese anspruchsvollen Aufgaben benötigten Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen, oft behelfen sich hier die Systemhäuser, indem sie die Spezialisten aus dem Ausland holen. Doch dann fangen sie sich neue Probleme ein. Denn trotz aller Beteuerungen der Politik: Deutschland ist kein Einwanderungsland. Es fehlt an der zur Integration der ausländischen Fachkräfte nötigen Infrastruktur.

Doch die erfolgreich agierenden Systemhäuser stecken ihren Kopf nicht in den Sand, sondern handeln. COMPIRICUS übernimmt bis zur Hälfte der Umzugskosten. Innerhalb der Probezeit können Mitarbeiter ferner Mietkostenzuschüsse in Anspruch nehmen, bei doppelter Haushaltsführung ein willkommenes Bonbon – vor allem für Fachkräfte, die aus dem Ausland angeworben wurden und ihre Familie aufgrund von bürokratischen Hürden nicht nachholen können.

Das Systemhaus TechniData unterstützt seine ausländischen Mitarbeiter schon bei der Wohnungssuche, indem Mitarbeiter der Personalabteilung die Kommunikation mit den Vermietern übernehmen. Mitarbeiter aus anderen Abteilungen helfen ihren ausländischen Kollegen ebenfalls – auch bei privaten Fragen und Behördengängen.

Das prämierte Unternehmen TechniData IT-Gruppe unterstützt seine Mitarbeiter bei der Wohnungssuche und kommuniziert mit Vermietern.
Das prämierte Unternehmen TechniData IT-Gruppe unterstützt seine Mitarbeiter bei der Wohnungssuche und kommuniziert mit Vermietern.
Foto: TechniData IT-Service GmbH

Sonderkategorie Systemhäuser

Diese sieben Unternehmen konnten sich doppelt platzieren, einmal in der Sonderkategorie "Systemhäuser", und einmal im Rahmenwettbewerb "Beste Arbeitgeber in der ITK".

Sieger in der Größenklasse über 50 Mitarbeiter

  1. BUCS IT

  2. Controlware

  3. TechniData IT-Gruppe

Sieger in der Größenklasse unter 50 Mitarbeiter

  1. Erik Sterck

  2. unique projects

  3. COMPIRICUS

  4. ATIX Informationstechnologie und Consulting