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Swisscom meldet Gewinneinbruch und Stellenabbau

08.11.2006
Das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom hat in den ersten neun Monaten 2006 einen Gewinneinbruch verzeichnet und wird weitere Stellen abbauen.

Der größte Telekomkonzern des Landes verdiente von Januar bis September 1,2 Milliarden Franken (umgerechnet 752 Millionen Euro) oder etwa ein Viertel weniger als in der gleichen Vorjahresperiode. Das gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt. Der Umsatz schrumpfte im Berichtszeitraum um 1,4 Prozent auf 7,1 Milliarden Franken. Dies sei auf den Verkauf eines Geschäftsbereichs an Belgacom zurückzuführen, ansonsten sei der Umsatz stabil, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter dazu.

Das Schweizer Bundesgericht hatte im Frühjahr ein Urteil gefällt, nach dem die Swisscom für die Weiterleitung von Telefonanrufen auf ihr Festnetz von den Konkurrenten zu viel kassiert habe. Für Rückzahlungen hat die Swisscom nun insgesamt 554 Millionen Franken zurückgelegt. Wegen des Drucks im Kerngeschäft baut die Swisscom weiterhin Stellen ab, während im gerade gestarteten Fernsehgeschäft und bei der Heimvernetzung neue Jobs entstehen. Im nächsten Jahr werde der Personalbestand in der Schweiz um 390 Vollzeitstellen auf 15.500 Arbeitsplätze gesenkt, erklärte das Unternehmen.

Das „Wall Street Journal“ berichtet unterdessen, die britische Vodafone Group werde sich möglicherweise von ihrem 25-prozentigen Anteil an Swisscom Mobile trennen. Swisscom, das die restlichen Anteile hält, bemüht sich demnach um einen Rückkauf. Das Unternehmensviertel wird auf bis zu drei Milliarden Dollar geschätzt. Swisscom will aber unabhängig vom Ausgang der Gespräche auch zukünftig mit Vodafone kooperieren und unter dessen Markt Produkte und Dienstleistungen offerieren. (tc)