Windows 7 und Windows Server 2008 (R2) gehen in den Ruhestand

Support-Ende für Windows-Oldies

10.01.2020
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Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Windows Server 2008 (auch R2) und das beliebte Desktop-Betriebssystem Windows 7 haben das Ende ihres Support-Lebenszyklus‘ erreicht. Auf Kunden, die nicht vorbereitet sind, kommt nun viel Arbeit zu.

Am 14. Januar 2020 endet nicht nur der Support für das beliebte Desktop-Betriebssystem Windows 7. Microsoft stellt zu diesem Termin auch die Unterstützung für die ebenfalls nach wie vor weit verbreiteten Server-Betriebssysteme Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 ein. Zu diesem Datum werde die Lieferung von Updates und kosten­losen Sicherheits-Patches ausgesetzt, machte der Softwarehersteller unmissverständlich klar. Lediglich Kunden mit einer Software Assurance sollen weiterhin Sicher­heitsupdates aus dem "Extended Security Update Program" zur Verfügung stehen. Diese müssten die Anwender aber kaufen.

Am 14. Januar 2020 beendet Microsoft das erfolgreiche Kapitel Windows 7.
Am 14. Januar 2020 beendet Microsoft das erfolgreiche Kapitel Windows 7.
Foto: nito - shutterstock.com

Viele Unternehmen hätten die Migration zu Windows Server 2019 noch nicht vollzogen, konstatiert Patrick Schidler, Leiter für den Bereich Azure Cloud Marketing bei Microsoft in Deutschland. "Ent­weder schrecken sie vor dem vermeintlichen Aufwand zurück oder sie befürchten Kompatibilitäts­probleme mit laufenden Anwendungen", schreibt er in einem Blog-Kommentar. Wenn ein Betriebssystem nicht mehr gepatcht werde, entstünden zwangsläufig Sicherheitslücken, die eine IT-Infrastruktur anfällig für Angriffe machten, warnt Schidler. "Je länger das Support-Ende überschritten wird, desto höher ist das Risiko, Opfer solcher Attacken zu werden."

Anwendern mit Windows Server 2008 will Microsoft nun eine Übergangslösung anbieten. Mit dem Umzug ihrer Server auf die Cloud-Plattform Microsoft Azure erhalten Kunden für den Betrieb von Windows Server 2008 und 2008 R2 auch nach dem 14. Januar 2020 noch drei weitere Jahre kostenlose Sicherheits­updates, versprechen die Verantwortlichen des Softwarekonzerns. Damit könnten die Unternehmen Software, die noch die Nutzung der alten Server erfordert, in einer Übergangszeit weiterbetreiben, und sich die notwendige Zeit verschaffen, um einen Umstieg vor­zubereiten und anzugehen.

Keine Galgenfrist für Windows 7

Während Microsoft Anwendern des Server-Betriebs­systems Windows Server 2008 über die Cloud ein Hintertürchen für die weitere Nutzung offenhält, ist für das Desktop-Betriebssystem Windows 7 definitiv Schluss. Der Softwarekonzern wird am 14. Januar zum letzten Mal ein frei verfügbares Security-Update ausliefern. Wer darüber hinaus Patches für das im Oktober 2009 eingeführte OS erhalten möchte, muss diese über das Extended-Security-Updates-(ESU-)Programm kaufen.

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Mit dem Support-Ende für Windows 7 müssen Millionen Rechner vorerst ohne Security-Patches auskommen. Laut den Analysen von Net Applications dürften Ende Januar weltweit noch rund 446 Millionen Systeme mit Windows 7 laufen. Das entspricht knapp 30 Prozent aller Windows-PCs. Auch wenn nun viele Anwender ihre Systeme schnell auf den Nachfolger Windows 10 updaten oder sich neue Rechner mit einem aktuellen Betriebssystem anschaffen werden, dürfte die Zahl der Windows-7-Systeme stattlich bleiben.

Windows 7 wird zum Risiko

Net Applications taxiert deren Zahl für Januar 2021 auf etwa 281 Millionen Systeme, das wären zu diesem Zeitpunkt knapp 19 Prozent aller Windows-Rechner. Derzeit laufen 63 Prozent aller Desktops und Notebooks mit einem Windows-System unter dem aktuellen Microsoft-OS. In einem Jahr soll der Anteil von Windows 10 nach Berechnungen der Analysten bei rund 80 Prozent liegen.

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Unternehmen, die auch nach dem 14. Januar Windows-7-Systeme im Einsatz haben, sollten sich zügig mit dem Thema Upgrades befassen, raten Sicherheits­experten. Zunächst gelte es, bis zum Stichtag sämtliche verfüg­baren Security-Patches einzuspielen. Laut dem Ponemon Institute wären 60 Prozent der Datenverluste von Unternehmen zu verhindern gewesen, wären alle verfügbaren Patches auch aktiv genutzt worden.