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Suns Aktienkurs sackt auf Jahrestief

19.12.2000
Nachdem zwei Investmentbanken ihre Empfehlungen für Sun heruntergestuft haben, notiert die Aktie der McNealy-Company bei unter 29 Dollar. Seit Anfang Dezember hat das Papier ein Viertel seines Werts eingebüßt.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Aktienkurs von Sun Microsystems ist gestern um gut sechs Prozent auf ein neues 52-Wochen-Tief von 28,56 Dollar gefallen. Nachdem die Aktie im vergangenen Jahr noch bei 64,65 Dollar notierte, hat sie allein seit Anfang Dezember gut 25 Prozent an Wert verloren.

Aktueller Anlass waren Korrekturen der renommierten Investment-Banken Merill Lynch und Prudential Securities, deren Experten ihre Empfehlung am Montag zeitgleich von "buy" auf "accumulate" heruntergestuft hatten. Tom Kraemer von Merill Lynch schrieb in seiner Begründung: "Sun leidet unter dem Dotcom-Sterben. Außerdem gibt es offenbar Lieferprobleme beim Ultrasparc III. Das könnte bedeuten, dass wir nicht wie erwartet im Frühsommer neue Midrange-Produkte bekommen." Außerdem, so der Analyst, kämen Suns neue Highend-Server möglicherweise erst in einem Jahr auf den Markt, was sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit im Unternehmensgeschäft auswirken würde. Kraemer rechnet damit, dass die Schwächeperiode der McNealy-Company noch ein halbes Jahr dauern wird. Langfristig sieht er Sun allerdings "gut aufgestellt".

Sun-Sprecherin Kasey Holman bemühte sich unterdessen um Schadensbegrenzung. "Wir liegen auf Kurs", erklärte Holman; Verzögerungen bei den angekündigten Novitäten (Lowend-"Daktaris", "Serengeti"-Midgrange-Systeme sowie "Starcat"-Highend-Server) werde es nicht geben. Alle neue Ultrasparc-III-Maschinen würden innerhalb der kommenden sechs Monate vorgestellt.

Anders als ihre Kollegen sieht Goldman-Sachs-Analystin Laura Conigliaro Sun als Defacto-Marktführer. Sie schreibt in einer am vergangenen Sonntag veröffentlichten Notiz: "Sun erscheint immer häufiger auf den Radarschirmen anderer Hersteller als der Konkurrent, den es zu schlagen gilt. Die strategische Richtung basiert auf der steigenden Anzahl und Vielfalt von vernetzten Geräten. Die Bandbreite steigt schneller als die Prozessorleistung, und Sun konzentriert sich bei seinen Servern auf Skalierbarkeit."