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Sun Microsystems will weiter sparen

07.02.2007
Um bis 2009 eine operative Marge von zehn Prozent zu erreichen, muss der Server-Hersteller an der Kostenschraube drehen.

"Unsere Kosten liegen immer noch zu hoch", räumte Suns oberster Finanzchef Michael Lehman jüngst vor Analysten in San Francisco ein. Neben der Weiterentwicklung des Produktportfolios sei es deshalb unumgänglich, weiter die Ausgaben zu drücken. Nur so lasse sich die Vorgabe erreichen, bis 2009 die operative Marge auf zehn Prozent zu erhöhen.

Die Kosten zu senken, bedeute jedoch nicht automatisch Entlassungen, versicherte Lehman. Sun werde vielmehr die Kosten für Verwaltung und den Entwicklungs- und Forschungsaufwand reduzieren. So plane der Server-Spezialist beispielsweise, sein ERP-Landschaft auf ein einheitliches Oracle-System umzustellen. Neben dem Finanzwesen soll die neue Lösung auch Funktionen für die Bereiche Human Resources (HR) und Customer Relationship Management (CRM) beinhalten. Rund 200 Millionen Dollar plant Lehman an Kosten für die Umstellung ein. Allerdings entfalle dafür der Aufwand, unternehmensweit 1000 unterschiedliche Softwareanwendungen zu verwalten und zu pflegen. Wie viel dieser Posten in der Sun-Bilanz ausmacht, wollte er jedoch nicht verraten.

Jonathan Schwartz, der im vergangenen Jahr das Zepter vom langjährigen Firmenchef Scott McNealy übernommen hatte, versucht seit einigen Monaten, den nach dem Platzen der Dotcom-Blase ins Schlingern geratenen Server-Hersteller wieder auf Kurs zu bringen. Im Juni 2006 kündigte er einen drastischen Jobabbau an. Zwischen 4000 und 5000 Mitarbeiter müssten ihren Hut nehmen, hieß es damals (siehe auch: Sun streicht bis zu 5000 Stellen). Das sind elf bis 13 Prozent der Belegschaft. Mit dem Verkauf von Immobilien und Veränderungen im Portfolio hofft das Management auf Einsparungen in Höhe von 480 bis 590 Millionen Dollar.

Die Strategie scheint sich auszuzahlen. Für sein Ende Dezember 2006 abgeschlossenes zweites Fiskalquartal wies Sun einen Gewinn von 126 Millionen Dollar aus (siehe auch: Sun Microsystems schreibt schwarze Zahlen - KKKR investiert). Der erste Profit nach über einem Jahr in den roten Zahlen. Die operative Marge lag zuletzt bei 2,9 Prozent. Bis zum Abschluss des laufenden Fiskaljahres soll sie auf vier, bis 2009 auf zehn Prozent anwachsen.

Dabei helfen soll auch eine neue Produktstrategie. Erst kürzlich hatte Sun angekündigt, künftig auch Intel-Prozessoren in seinen Servern einzusetzen (siehe auch: Sun und Intel schmieden Server-Allianz). Bislang hatte der Hersteller neben den eigenen Sparc-CPUs ausschließlich mit dem Intel-Konkurrenten AMD zusammengearbeitet. Zu zusätzlichen Kunden beitragen sollen auch die Freigabe des Betriebssystems Solaris und die Open-Source-Strategie in Sachen Java. Damit eröffneten sich zusätzliche Möglichkeiten, Server und Services zu verkaufen, hofft Schwartz. (ba)