Entwicklungsaufwand unterschätzt

Sun Microsystems läßt sich Javastation nicht vermiesen

31.07.1998

Der für die Java-Hardware von Sun zuständige Group Manager Ted Murguia wehrte sich in der vergangenen Woche entschieden gegen Behauptungen, die Javastation werde nur zögernd akzeptiert. Schuld daran seien vor allem die großen Verzögerungen bei der Auslieferung der Systeme, die mit fast einem Jahr Verspätung erstmals im März 1998 auf den Markt kamen.

"Es hat uns alle (Hersteller von Netzwerk-Computern, Anm. d. Red.) viel mehr Zeit als erwartet gekostet, das Produkt fertigzustellen. Aber seit wir liefern können, verkaufen sich die Geräte wirklich gut", so Murguia.

Vor allem die Entwicklung des "Java-OS", das auch als Basis für geschäftskritische Anwendungen dienen sollte, habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Nun aber sei es geschafft; mittlerweile säßen die Programmierer bereits an der dritten Version.

Besonders erfreut zeigte sich der Sun-Manager über die Tatsache, daß auch zahlreiche unabhängige Software-Anbieter bereits Applikationen für den Einsatz unter Java-OS entwickelten.

Zur Positionierung der Javastations meinte Murguia, die Netzwerkcomputer von Sun zielten besonders auf größere Anwender mit Hunderten oder Tausenden von Arbeitsplatzrechnern. Kleinere Firmen überlasse man Microsoft und dessen "Windows Terminal Server" (WTS).

"WTS und Java sind zwei paar Schuhe", meint Suns Stratege, "selbst wir würden wohl kaum den Einsatz von Javastations für eine lokale Web-Arbeitsgruppe empfehlen."